Rodenkirchen - Ein zweites Mal konnte jetzt der Stapellauf und die Taufe der „Hanni“ gefeiert werden. Das historische Dielenschiff lief aber nicht, wie im Jahr 2000, seinen Heimathafen Absersiel an, sondern ging dauerhaft im Rathaus in Rodenkirchen vor Anker. Der Rodenkirchen Hartmut Schnars hat ein Modell der „Hanni“ im Maßstab von 1:14 erbaut, dass er als Dauerleihgabe der Gemeinde Stadland übergab.
Die Stunden hat Hartmut Schnars nicht gezählt, an denen der pensionierte Lehrer an seinem Modell gearbeitet hat. „Ich habe die Muße und Zeit genossen, ohne auf die Zeit achten zu müssen“, sagte er, denn in seiner Zeit als Leiter der Grundschule in Rodenkirchen habe er oft genug auf die Uhr schauen müssen.
Seit seiner Pensionierung vor vier Jahren hat der 65-jährige Freizeitskipper nun mehr Gelegenheit, sich seinem Hobby, dem Bau von Schiffsmodellen zu widmen. Das Ergebnis seiner jüngsten Arbeit, der 70 Zentimeter lange Nachbau des historischen Dielenschiffs, ist ein Meisterstück.
Das Modell übergab Hartmut Schnars nun Bürgermeister Klaus Rübesamen, der ihm als Dank einen Beilbrief überreichte, das obligatorische Geschenk zur Kiellegung eines Schiffes. Der Nachbau des Dielenschiffes wird einen würdigen Platz im Rathaus bekommen und bald seinen Standort im linken Fenster des Eingangsbereiches einnehmen. Bestens geschützt in einer Vitrine, die der Modellbauer ebenfalls anfertigte.
Mit 16 Jahren begonnen
Bereits mit 16 Jahren hatte der jetzige Pensionär sein Hobby aufgenommen, längst bevor er sich selbst an das Ruder seiner neun Meter langen Segelyacht „Rara Avis“ stellte: „Es entspannte mich nachhaltig, wenn ich den beruflichen Stundentakt hinter mir lassen konnte, um mich dem Schiffbau im Kleinen zu widmen“, bestätigte Hartmut Schnars.
Der Nachbau der Hanni war in seiner Planung eigentlich gar nicht vorgesehen. Dass sie nun im Rathaus zu bewundern ist, sei Dank und Anerkennung für die Bemühungen der Gemeinde. Sie habe den Bau des historischen Dielenschiffs mit dem Wassersportverein Niederweser vorangetrieben und unterstütze auch die jetzige touristische Nutzung. Die erste große Fahrt der „Hanni“ führte im Jahre 2000 zur großen Sail nach Bremerhaven.
Bei der Beschaffung der Vorlagen für den Nachbau waren Ute Nordhausen und Robby Müller behilflich. Eine Skizze für das Rigg, die Masten, Segel und Schoten besorgte Gerold Klein. Er gehört mit Onno Ficke und Heiko Markus zu der Besatzung. „Ohne die ehrenamtlichen Helfer wäre die Hanni längst kein schwimmfähiges Schiff mehr“, bekräftigte Hartmut Schnars, es läge schließlich offen im Wasser und müsse nach jeder Saison wieder in Schuss gebracht werden. Ein Schiff aus Holz mache stets viel Arbeit.
Eichenholz verwendet
Das trifft auch auf das kleine Modell zu, dass aus Eichenholz gebaut wurde. Nun habe Holz die Eigenschaft, dass es stets gerade sei, im Schiffbau jedoch gebogene Hölzer Verwendung fänden, sagte der Modellbauer. „Deshalb musste ich etliche Zwangsmaßnahmen ergreifen, wie sie jeder Holzschiffbauer kennt“, bestätigte der Tüftler.
Nachdem Hartmut Schnars den Rumpf fertiggestellt hatte, ging es an die Aufbauten, auch die Seitenschwerter entsprechen genau dem Maßstab des Originals, obwohl sie im Modell größer erscheinen. Die Segel hat Ehefrau Margret angefertigt und für den Wimpel am Masttopp besorgte sich Hartmut Schnars das Oldenburger Kreuz als Ausdruck seiner Heimatverbundenheit.
In sorgfältiger Kleinarbeit gestaltete der Modellbauer auch die winzigen Details. Besorgte sich Pfänder, Steuerrad, Rettungsring und einen kleinen Feuerlöscher. Sogar eine Karte der Schweiburg ist, wie beim Original, in dem sehenswerten Nachbau zu finden.
