Oldenburg - Skepsis auf der einen, Hilfsbereitschaft und Willkommenskultur auf der anderen Seite; dazwischen Baudezernentin Gabriele Nießen und Sozialdezernentin Dagmar Sachse, die am Montagabend den rund 200 Gästen der Bürgerinformationsveranstaltung in der Aula des Gymnasiums Eversten die Pläne zur Errichtung einer Containerunterkunft für Flüchtlinge erläuterten.
Etwa 80 Flüchtlinge sollen ab 1. Februar 2016 auf die Wiese zwischen Konradstraße und Schulzentrum Eversten in Container ziehen, die die Stadt gebraucht in den Niederlanden gekauft hat (die NWZ berichtete). Dort waren sie als Ausweichquartier für eine Kindertagesstätte genutzt worden. Die Menschen ziehen aus Gemeinschaftsunterkünften nach Eversten um, betonte Sachse.
Einige Besucher der Veranstaltung monierten die schlechte Informationspolitik der Stadt. Die Anlieger seien quasi erst informiert worden, als die Erdarbeiten für die Fundamente begannen. „Normalerweise informiert die Stadtverwaltung die Bürger erst unmittelbar vor dem Bezug der Flüchtlingsunterkünfte“, konterte Sozialdezernentin Sachse diesen Vorwurf. Auch die Stadt habe eine Vorlaufzeit für ihre Planungen von nur einer halben Woche gehabt, begründete Baudezernentin Nießen den enormen Handlungsdruck.
Seit November 2014 seien 2000 Menschen in Oldenburg aufgenommen worden, sagte Sachse weiter. Zurzeit lebten 1300 Flüchtlinge in den von der Stadt angemieteten Unterkünften, davon 400 in Wohnungen. Zwischen den Containern und der Grenzen zu den Nachbargrundstücken an der Konradstraße besteht ein Abstand von zehn Metern. Baurechtlich sei nicht zuletzt wegen der Änderung des Gesetzes zur Erleichterung der Schaffung von Unterkünften für Flüchtlinge alles in Ordnung. Der Containerstandort müsse daher nicht in einem Baurechtsverfahren genehmigt werden, erläuterte Nießen die rechtliche Grundlage.
Aller Voraussicht nach würden die Container fünf Jahre lang als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt. Die 80 Menschen leben hier in kleineren Räumen, aber auch in einem Gemeinschaftsraum mit zwölf Schlafplätzen. Zum Ende der Veranstaltung wollten viele Besucher wissen, wie sie den Flüchtlingen helfen, mit ihnen in Kontakt treten oder wo deren Kinder spielen können.
