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Wirtschaft Zwischen Wohnlust und Asia-Imbiss

Uta-Maria Kramer

Wildeshausen - Sowohl die Wildeshauser Innenstadt als auch der Westring leben vom Wandel. Das zeigt sich deutlich zu Beginn des neuen Jahres. Bummelt man die Huntestraße entlang, stößt man zunächst auf einige Leerstände. Das betrifft zum einen den Anglerladen, den Gerd Drews nach fast 36 Jahren zum Jahresende geschlossen hat. Nach einer umfassenden Renovierung wird der alte Standort jedoch wohl im Frühjahr unter neuer Regie wieder eröffnet. Keinen neuen Mieter haben hingegen bisher die benachbarten Läden gefunden, in denen einstmals ein Dessousgeschäft residierte sowie das Waffengeschäft, das einige Häuser weiter gezogen ist.

Essen und Trinken

Neuzugänge gibt es aber im gastronomischen Sektor. Hochbetrieb herrscht an diesem Freitag zur Mittagszeit im Imbiss „HOI AN“ an der Huntestraße 37. „Keine Zeit, viel zu tun“, verkündet das Inhaberpaar Vu und schwenkt eifrig die Pfannen mit asiatischen Köstlichkeiten.

Auch Gastronom Fikret Hasan, der ein paar Häuser weiter die Café-Bar „Planet“ betreibt, kann sich über mangelnde Gäste an diesem kalten Januartag nicht beklagen. Am 19. November hat der 19-jährige Goldenstedter, der gebürtig aus Bulgarien stammt, zusammen mit zwei Angestellten seine kleine Gaststätte eröffnet. „Es läuft gut, weil es sowas nicht so oft in Wildeshausen gibt“, freut er sich über den Zulauf der vergangenen Wochen. Geöffnet ist jeden Tag von morgens bis in die Abendstunden.

Neue Leerstände

Schlendert man weiter in Richtung Westerstraße, fällt als erstes ein weiterer Leerstand in dem altehrwürdigen Eckgebäude an der Kreuzung zur Bahnhofstraße auf. In der bereits 1713 urkundlich erwähnten „Alten Apotheke“ verkaufte bis vor kurzem Nasmi Alkanat junge Herrenmode. Im Gegensatz zu seinem klassischen Herrenmodegeschäft sowie dem Laden „Baute für Frauen“, die er in benachbarten Gebäuden betreibt, ließ die Kundschaft im „pull.over!“ jedoch auf sich warten. Jetzt ist die 120 Quadratmeter große Geschäftsfläche im Erdgeschoss zu vermieten und harrt – wie ein Aushang verrät – neuer Geschäftsideen.

In Kürze leer steht auch die Geschäftsfläche des Schuhhauses Piening am entgegengesetzten Ende der Westerstraße. Ende nächster Woche endet der um 14 Tage verlängerte Ausverkauf. Inhaber Peter Piening sah nach 23 Jahren keine Zukunft mehr in Wildeshausen, weil die Stadt nicht mehr die Kaufkraft habe wie noch vor 15 bis 20 Jahren. Seiner Ansicht nach fehlt ein großer Textilladen als Zugpferd. Mit der parallel gelaufenen grundlegenden Sanierung des Wohn- und Geschäftshauses an der Westerstraße/Ecke Neue Straße hat die Geschäftsaufgabe nichts zu tun.


Gärtnerei statt Café

Leerstände gibt es jedoch nicht nur in der Innenstadt. Zum Jahresende haben sowohl der Kiosk Sternberg an der Harpstedter Straße als auch „Ilkas Café“ im traditionsreichen „Waldschlösschen“ an der Goldenstedter Straße geschlossen. Während das Ehepaar Sternberg aus Altersgründen aufhörte, haben Ilka und Sven Krüger sowie Ilkas Eltern Elke und Georg Meyer jedoch andere Pläne.

Die Betreiber des bis zuletzt sehr gut laufenden Lokals an der Lehmkuhle wollen sich wegen des Generationenwechsels auf den benachbarten Garten- und Landschaftbau der Familie konzentrieren. „Im Frühjahr möchten wir mit unserer neu konzipierten Gärtnerei an den Start gehen“, verrät Ilka Krüger.

Optimal wäre es, wenn bis dahin das „Waldschlösschen“ einen neuen Besitzer gefunden hätte. Es wird für 345.000 Euro angeboten. Zu dem Gebäude gehören das Café, eine Gartenterrasse, drei Wohnungen sowie Lager- und Werkstatträume.

Neues tut sich unterdessen auch am Westring. Zum einen freut sich der am 1. Dezember eröffnete Sonderposten-Möbelmarkt im lange Zeit leerstehenden Baudi-Gebäude über reichlich Kundschaft. Betreiber Bernd Böttcher aus Bramsche, der sich bewusst für die Lage am Westring entschieden hat, verkauft hier Musterware, Ausstellungsmöbel und B-Ware.

Zum anderen plant Andrea Garms einige hundert Meter weiter den neuen Standort ihres Deko-Geschäfts „Sylter Wohnlust“, das derzeit noch an der Ahlhorner Straße zu finden ist. Hier wird der Platz jedoch knapp für die typisch nordischen Wohnaccessoires wie Plaids, Kissen, Kerzen und Porzellan, die auch online erfolgreich verkauft werden.

Halle mit Abhol-Shop

Nachdem der Bauantrag inzwischen genehmigt ist, wurde der Imbiss, der sich bislang auf dem 2000 Quadratmeter großen Gelände neben der HEM-Tankstelle befand, abgerissen. Gebaut werden soll nun eine 1000 Quadratmeter große Stahlhalle, die Büro- und Lagerräume sowie einen kleinen Abhol-Shop beherbergen wird. Ergänzend dazu ist ein kleines gemauertes Gebäude geplant.

Mit dem Bebauungsplan und den Einschränkungen für innenstadtrelevanten Einzelhandel am Westring gibt es keine Probleme, da in der „Wohnlust“ nur ein saisonales Teilsortiment im Abhol-Shop ausgestellt und verkauft wird.

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