Ahlhorn - Früher standen Flugzeuge in den beiden Hangars auf dem Gelände des Fliegerhorstes Ahlhorn. Künftig sollen diese Shelter für die Lagerung und zum Umschlag von gefährlichen Abfällen dienen. Das ist der Plan der Johann Bunte Bauunternehmung für eine neue Nutzung im Metropolpark Hansalinie, der zur Bunte-Gruppe gehört. Der Antrag mit allen Unterlagen auf Erteilung der Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz liegt noch bis 13. Januar 2017 beim zuständigen Staatlichen Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg und parallel im Rathaus Großenkneten aus.
Es geht um Abfälle, die bei Straßenbaumaßnahmen immer wieder anfallen. Konkret werden im Antrag „kohlenteerhaltige Bitumengemische“ und „Boden und Steine, die gefährliche Stoffe enthalten können“, benannt. Je nach Belastung sollen sie einer externen Wiederverwertung oder einer Entsorgung zugeführt werden. Diese Abfälle sollen bis zu einer für den Transport in eine Verwertungs- oder Entsorgungsanlage „sinnvollen Menge“ in den Sheltern zwischengelagert werden. Die Lagermenge beträgt maximal 8000 Tonnen.
Wie genau die Anteile der einzelnen Materialien sein werden, sei offen. Hier müsse „kurzfristig auf die Anforderungen einzelner Straßenbaumaßnahmen durch die Firma Bunte“ reagiert werden, heißt es. Nur bei „sortenreiner Lagerung“ könne die maximale Lagerung von 4000 Tonnen je Shelter erreicht werden. Maximal zwei Durchgänge mit insgesamt 15.000 Tonnen pro Jahr hat Bunte beantragt.
Bauliche Änderungen an den 1981 gebauten Sheltern (jeweils 838 Quadratmeter Nutzfläche) sind nicht erforderlich. Zuwegung und Fahrflächen sind in Ahlhorn vorhanden. Der An- und Abtransport des Materials solle ausschließlich zwischen 6 und 22 Uhr erfolgen, und zwar von Montag bis Sonnabend. Zwei Mitarbeiter sind während des An- und Abtransports sowie der Ent- und Beladevorgänge im Zwei-Schicht-Betrieb vorgesehen.
Das Material soll per Lkw nach Ahlhorn transportiert werden. Dabei sind die Ladeflächen per Planen geschlossen: „Um einen Shelter vollständig zu füllen, liefern rund 40 Lkw je 1000 Tonnen des Materials ab, so dass nach vier Tagen die maximale Aufnahmekapazität eines Shelters von 4000 Tonnen erreicht ist“, heißt es im Antrag. Ent- und Beladung erfolgen innerhalb der Hallen, um das Austreten von eventuellen Stäuben aus der Halle zu vermeiden.
Laut Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg wurden zur Beurteilung der Auswirkungen des Betriebs der Anlage auf die Umgebung gutachterliche Aussagen zur Lärm-, Staub- und Geruchssituation erstellt. Die Zusammenfassung des Oldenburger Amtes dazu: „Erhebliche nachteilige Auswirkungen sind nicht zu erwarten.“
