Stollhamm - Die Schafe am Feldhauser Deich kamen neugierig herbeigetrottet, als sich dort an einem schönen Sommertag im August eine komplette Band mit ihren Instrumenten aufbaute und „La Paloma“ anstimmte. Eifrig betätigte Marlies Menger den Auslöser ihrer Kamera. Das Ergebnis dieser Foto-Session ziert das Januar-Blatt eines ganz besonderen Kalenders, der jetzt dort zu haben ist, wo die „Models“ leben und arbeiten: im Haus Christa in Stollhamm.
Zwei Tage lang war die Fotografin Marlies Menger im August mit der Kamera und einem Schwung Menschen im Schlepptau durch Butjadingen gestreift, um die Bewohner und Beschäftigten des Pflegeheims in Szene zu setzen. Die Bremerhavenerin hat schon mehrer Kalender-Projekte realisiert, unter anderem mit Senioren des Christophorus-Hauses in Brake. „Dennoch ist es jedes Mal anders und jedes Mal neu“, sagte die Fotografin, als sie ihr jüngstes Werk jetzt zusammen mit Einrichtungsleiter Hans-Jörg Niederfeld im Haus Christa vorstellte.
Herausforderung
War es in Brake darum gegangen, die Senioren in einem historischen Kontext in Szene zu setzen, gab es diesmal keine Kostüme, dafür als besondere Herausforderung aber ein bestimmtes Thema: Das Haus Christa möchte mit dem Kalender demonstrieren, dass die Bewohner der Einrichtung nicht ohne die Beschäftigten, die Beschäftigten aber auch nicht ohne die Bewohner auskommen. Und so legt der Kalender mit jedem neuen Blatt Zeugnis von einem gelebten Miteinander ab, das im Haus Christa gepflegt wird.
Die Fotos entstanden an verschiedenen Schauplätze in Butjadingen. Der Deich in Feldhausen, auf dem die Hausband The Christas posierte, war einer davon. Die Umweltstation in Iffens, das Melkhus in Seeverns und die Fischbude im Fedderwardersieler Hafen waren andere. „Wir sind an allen Locations mit offenen Armen aufgenommen worden“, sagte bei der Präsentation des Kalenders Hans-Jörg Niederfeld, „es war eine Menge Arbeit, aber es hat alles astrein geklappt und viel Spaß gemacht“. Das konnte Marlies Menger nur bestätigen: „Wir mussten eine ganz schön große Welle machen. Aber der Aufwand hat sich gelohnt. Es ist ein tolles Produkt herausgekommen.“
Ein besonderer Clou des Kalenders sind nicht alleine die Bilder, sondern auch die plattdeutschen Sprüche, die sich auf jedem Kalenderblatt passend zum jeweiligen Motiv finden. „Watt den een sien Sportwagen, sünd us in Butjadingen de Treckers“ heißt es zum Beispiel unter einem Foto, auf dem eine Bewohnerin und zwei Beschäftigte des Pflegeheims auf einem Traktor posieren.
„Laat di man Tied
Unter einem anderen Bild, auf dem zwei „Feldarbeiter“ unter einem Baum eine Pause einlegen, heißt es: „Arbeit is keen Haas, de löppt nich weg! So laat di man Tied.“ Behilflich bei der Formulierung der Sprüche waren den Kalendermachern Butjadingens früherer Bürgermeister Rolf Blumenberg sowie Hans Meinen, der Plattdeutsch-Beauftrage des Landkreises. Ihnen sprach Hans-Jörg Niederfeld seinen Dank aus.
Der Kalender ist in einer Auflage von 300 Exemplaren gedruckt worden. Erhältlich ist er im Haus Christa an der Hauptstraße 6 in Stollhamm. Der Kalender kostet 10 Euro.
