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Studium & Start Up an der Jacobs University: Jingchun Lin überbrückt große Unterschiede

31.07.2021

Bremen Aus Höflichkeit „Ja“ zu sagen, obwohl man „Nein“ denkt – das sei wohl einer der größten Unterschiede zwischen der chinesischen und der deutschen Kultur, meint Jingchun Lin, Studentin an der Jacobs University in Bremen.

Und sie erzählt lachend die Geschichte von dem Sprudelwasser. Sie war auf einem Schüleraustausch in Deutschland, ihre Gastfamilie bot ihr nach ihrer Ankunft kohlensäurehaltiges Wasser an. „Das hatte ich zuvor noch nie getrunken, ich war nervös, es schmeckte furchtbar. Ich habe mich jedoch nicht getraut, das zu sagen.“ Also trank sie es mit scheinbarem Genuss – und bekam von da an jeden Tag Sprudelwasser angeboten.

Jingchun Lin, die alle nur Posa nennen, ist in der 12-Millionen-Einwohnerstadt Shenzen unweit von Hongkong aufgewachsen. Der zweimonatige Schulaustausch mit einem Gymnasium in Mönchengladbach war für die damals 16-Jährige ihre erste Auslandserfahrung – es war eine nachhaltige. Sie lernte im Laufe der Zeit nicht nur Sprudelwasser schätzen, sondern auch ihr Gastland. So sehr, dass sie sich entschied, in Deutschland zu studieren.

Studium in Bremen

Seit 2018 ist sie an der Jacobs University. Erst absolvierte sie das Foundation Year Programm, eine Art Schnupperstudium, jetzt studiert Posa „International Business Administration“. Das Studienfach wählte sie auch deshalb, weil sie mit ihrem chinesischen Hintergrund und ihren Erfahrungen mit der westlichen Kultur helfen will, Brücken zwischen China und Deutschland zu bauen.

Viele deutsche Firmen wollen in China investieren, haben aber oft mit kulturellen Hindernissen zu kämpfen. „Die Unterschiede zwischen unseren Ländern sind in vielerlei Hinsicht groß“, meint sie. „Ich hatte immer den Traum, zwischen beiden Kulturen zu vermitteln.“

Als Inhaber einer Konstruktionsfirma ist ihr Vater selbst Unternehmer – und auch die 22-Jährige ist seit Kurzem unternehmerisch tätig. Mit Unterstützung von Tilo Halaszovich, Professor für Global Markets and Firms, und der Jacobs University hat sie einen Kiosk auf dem Campus gegründet. Diese Idee wurde zu Beginn der Pandemie geboren, als sie den Bedarf für ein Lebensmittelgeschäft direkt auf dem Unigelände sah.

Der „StuPo“ Kiosk ist täglich geöffnet. Die Resonanz ist ausgesprochen positiv. Studierende und Mitarbeitende nutzen ihn. Und selbstverständlich sind auch die Nachbarn der Jacobs University herzlich willkommen. Ein Team aus acht studentischen Mitgliedern hat Posa rekrutiert, dass sich um den Einkauf, die Abrechnungen oder die Steuern kümmert und einen Social Media Account betreibt. Gut 200 Alltagsprodukte sind im Angebot.

Kiosk als Start-up-Projekt

Doch der Kiosk ist nicht nur ein Kiosk, sondern auch ein Start-up-Projekt. „Mit ihm ist viel mehr verbunden als nur der Verkauf von Produkten“, erzählt sie. Genehmigungen mussten eingeholt, lokale Lieferanten gesucht und das Finanzamt auf dem Laufenden gehalten werden. Den Herausforderungen als Unternehmerin und Studierende stellt sie sich mit Leidenschaft und Begeisterung. „Wenn man in Deutschland ein erfolgreiches Unternehmen führt, gelingt einem das auf der ganzen Welt“, sagt sie lachend.

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Posa schätzt es, ihre Zeit und ihren Tag zu planen. Am liebsten geht sie morgens täglich um 5.30 Uhr zum Work-out ins Fitness-Studio. Sie liest gern Sachbücher über Entscheidungsfindung, Kreativität oder digitales Lernen etwa. Und dann ist da ja auch ihr Job als wissenschaftliche Assistentin bei Tobias ten Brink, Professor für Chinesische Wirtschaft und Gesellschaft an der Jacobs University. Sie unterstützt ihn bei einem Forschungsprojekt über die Herausforderungen, die das aktuelle chinesische Wirtschaftswachstumsmodell bewältigen muss, insbesondere der innovative Sektor.


     www.instagram.com/stupo.kiosk 

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