Hamburg - Noch trägt der Anblick des abendlichen Sternenhimmels sommerlichen Charakter. Allerdings hat sich die Szenerie der Sommersternbilder nach Westen verschoben. Das Sommerdreieck mit den hellen Sternen Wega, Deneb und Atair steht hoch über unseren Köpfen. Der Schwan hält sich fast exakt im Zenit auf.

In klarer, dunkler Nacht erblickt man dort die sommerliche Milchstraße. Ihr schimmerndes Lichtband zieht im großen Bogen vom Nordosthorizont über den Scheitelpunkt zum Südwesten, wo es durch das Sternbild Schütze geht. In Horizontnähe ist die Milchstraße bei uns nie zu sehen. Hoch am Firmament kann man die Milchstraße auch nur sehen, wenn man sich fern irdischer Lichtquellen befindet. Viele jüngere Menschen haben die Milchstraße noch nie gesehen.

Der Große Wagen sinkt im Nordwesten herab, während das Himmels-W, die Kassiopeia, im Nordosten emporsteigt. Beide Bilder sind in Mitteleuropa zirkumpolar, das heißt, sie gehen nie unter und sind somit in jeder klaren Nacht zu sehen.

Tief im Süden stößt man auf das Sternbild Steinbock. Der Steinbock ist ein nicht besonders auffälliges Tierkreissternbild. Hat man ihn aber einmal gefunden, so prägt man sich seine Gestalt leicht ein. Flankiert wird der Steinbock von seinen Tierkreisnachbarn Schütze im Westen und Wassermann im Osten.

Der Steinbock ist ein Fabelwesen, halb Ziegenbock, halb Fisch. Auf einem Fragment einer babylonischen Sternkarte aus dem 12. vorchristlichen Jahrhundert sieht man den Vorderteil als Bock, während das Körperende als Schwanz eines Fisches erscheint. Das Fragment der Sternkarte auf einer Tontafel wird im Britischen Museum in London aufbewahrt.

Venus zeigt sich in der Abenddämmerung tief im Westen. Noch ist unser innerer Nachbarplanet nicht sehr auffällig. Zu Monatsbeginn geht Venus kurz vor neun Uhr abends unter, Ende September bereits eine Stunde früher. Ebenfalls am Abendhimmel sind über dem Südwesthorizont die Planeten Mars und Saturn auszumachen. Mit dem roten Überriesenstern Antares im Skorpion bilden sie ein Dreieck, zu dem sich am 8. der zunehmende Halbmond gesellt – ein interessanter Himmelsanblick gegen 21 Uhr. Jupiter hingegen hat sich vom Abendhimmel zurückgezogen.

Vollmond wird am 16. um 21.05 Uhr im Sternbild Wassermann erreicht. Abermals kreuzt der Mond die Erdbahnebene, diesmal in südlicher Richtung. Dabei tritt er tief in den Halbschatten der Erde ein.