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NWZonline.de Ratgeber Wissenschaft

Wissenschaft: Genetische Codes bestimmen Vielfalt

10.07.2012

WILHELMSHAVEN Die Nachwuchsforschergruppe um Dr. Michael Raupach am Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung (DZMB) – eine Abteilung von Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven – ist am Montag als Preisträger im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet worden. Gewürdigt wird damit die innovative Arbeit zur „Molekularen Taxonomie mariner Organismen“, das heißt zur genetischen Bestimmung von Arten im Meer.

Von weltweit 1,5 Millionen bekannten Arten leben 360 000 im Meer – schätzungsweise ist die Artenvielfalt jedoch um ein Zehnfaches höher, sagte Professor Dr. Pedro Martinez, Leiter des Zentrums. Umso wichtiger sei, die Arten zu beschreiben und ihnen einen Namen zu geben.

Schwierige Bestimmung

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In der Wissenschaft sei der Name mit vielen zusätzlichen Informationen verbunden, etwa über die Ökologie der Art, ihren Nutzen für den Menschen und vieles mehr. Abgesehen von der immensen Zahl der Arten mache insbesondere ihre Wandelbarkeit die Bestimmung schwierig: Im Verlauf ihres Lebens können sie vielerlei Gestalt annehmen. Bei den vom Zentrum in der Nordsee untersuchten kleinen Ruderfußkrebse etwa kenne man zwölf unterschiedliche Phasen, was bei 3000 Arten zu 36 000 verschiedenen Gestaltformen führe.

Weil einerseits der Beruf des klassischen Taxonomen, also Artenbestimmers, aussterbe, andererseits aber das Wissen um die Entwicklung und Ausbreitung der Arten unverzichtbar sei, brauche man Alternativen. Der Ansatz zur Bildung der Nachwuchsforschergruppe Molekulare Taxonomie (kurz: Mol-Tax-Gruppe): Die DNA zur Bestimmung nutzen. Dann wären nicht nur ausgewachsene Tiere bestimmbar, sondern es reichten zum Beispiel Gewebeproben oder Eier, die ansonsten kaum auseinanderzuhalten seien.

Die vor zweieinhalb Jahren mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung und des Landes Niedersachsen gestartete Gruppe hat laut Martinez inzwischen nicht nur den Nachweis erbracht, dass es funktioniert, sondern auch eine Menge Arten für den Aufbau einer entsprechenden Datenbank zur sicheren und schnellen Arten-Identifizierung gesammelt. „Jetzt legen wir den Fokus verstärkt auf die Anwendung.“

Professor Dr. André Freiwald unterstrich: „Die Mol-Tax-Gruppe ist Bestandteil eines Frühwarnsystems für das Auftauchen neuer Arten.“ In nur zweieinhalb Jahren habe die Gruppe mit Dr. Raupall und seinem Team ein „feines und schlagfertiges und zudem erfolgreiches molekulares Labor aufgebaut“.

Wilhelmshaven sei stolz darauf, dass Senckenberg am Meer in der Stadt beheimatet ist und ihren Ruf positiv nach außen trage, sagte Bürgermeister Fritz Langen.

Bei „Deutschland – Land der Ideen“ unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten geht es nach den Worten von Uli Quaas vom Management-Team der Initiative darum, die Innovationskraft Deutschlands sichtbar zu machen.

Mit Begeisterung dabei

54 der 365 Preisträger, ausgesucht von einer 19-köpfigen unabhängigen Jury, kommen aus dem Bereich der Wissenschaft. Michael Boecker von der Deutschen Bank, die seit 2006 Partner der Initiative ist, nannte die Arbeit der Senckenbergforscher einen „wertvollen Beitrag zur Sicherung der Artenvielfalt“. Ihm sei aufgefallen, „mit welcher Begeisterung in Wilhelmshaven an diesem Projekt gearbeitet wird“.

Er nehme den Preis stellvertretend für das gesamte Team entgegen, sagte Arbeitsgruppenleiter Raupach. Mit ihm freuten sich Dr. Silke Laakmann, Dr. Thomas Knebelsberger, die Doktoranden Thorben Hofmann und Inga Mohrbeck sowie Technikerin Valeska Borges.

Übrigens: Jeder kann noch im Internet für das Projekt abstimmen, um es im Publikumswettbewerb nach vorn zu bringen.

 @   http://www.land-der-ideen.de/365-orte/voting

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