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NWZonline.de Ratgeber Wissenschaft

Wettbewerb zur Rettung des Great Barrier Reef ausgelobt

16.01.2018

Canberra (dpa) - Mit einem ungewöhnlichen Wettbewerb unter Wissenschaftlern sucht Australien nach einer Lösung zur Rettung der Korallen im weltbekannten Great Barrier Reef.

Die konservative Regierung lobte insgesamt zwei Millionen australische Dollar (etwa 1,3 Millionen Euro) aus. Das Angebot richtet sich an Wissenschaftler aus aller Welt.

Australiens Umweltminister Josh Frydenberg sagte zu dem Wettbewerb: "Dies ist eine offene Einladung an die besten Köpfe unter unseren Wissenschaftlern." Man erhoffe sich "innovative Lösungen" zum Schutz der Korallen und für die Genesung beschädigter Riffe. Wegen des großen Ausmaßes der Zerstörung werde jetzt auch "großes Denken" gebraucht, egal woher.

Am größten Korallenriff der Welt haben großflächige Korallenbleichen in den vergangenen zwei Jahren beispiellose Schäden verursacht. Betroffen sind fast 90 Prozent des Riffs. Nach Einschätzung von Experten sind weite Teile der Korallenstöcke bereits tot.

Im vergangenen Jahr kündigte die australische Regierung an, unter anderem zwei Milliarden Australische Dollar (rund 1,3 Milliarden Euro) zu investieren, um etwa die Wasserqualität zu verbessern. Zuvor hatte die Unesco gedroht, das Great Barrier Reef auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes zu setzen.

Das Riff liegt vor der Nordostküste Australiens. Mit einer Ausdehnung von mehr als 344.000 Quadratkilometern ist es größer als ganz Italien.

Als einer der Gründe für die Korallenbleiche wird vermutet, dass die Wassertemperaturen in den vergangenen Jahren um bis zu vier Grad höher lagen als sonst. Korallen sind Nesseltiere, die mit Algen in einer Gemeinschaft zum gegenseitigen Nutzen leben. Bei hohen Temperaturen werden die Algen giftig, die Korallen stoßen sie ab und verlieren ihre Farbe.

Die Korallenbleiche bedeutet auch wirtschaftliche Gefahren. Experten schätzen den Gesamtwert des Great Barrier Reef auf umgerechnet etwa 38 Milliarden Euro. Allein die Möglichkeiten für den Tourismus bedeuteten einen Vermögenswert von etwa 20 Milliarden, hieß es. Insgesamt hingen mehr als 64.000 Jobs direkt von der Arbeit am Riff ab.

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