Oldenburg - Zum Geburtstag verschenkt man am besten Nachhaltiges. Genau so ein Geschenk macht sich die Universitätsgesellschaft Oldenburg zum Fünfzigsten selber: die ersten Oldenburger Klimatage am Donnerstag, 23. Juni, in der Alten Fleiwa. Ein namhaft besetzter Kongress soll zum Inhalt haben, worin Oldenburg seit Jahrzehnten besondere wissenschaftliche und wirtschaftliche Kompetenz hat: Klimaforschung und Erneuerbare Energien. Und das halbe Jahrhundert UGO – mit rund 1000 Mitgliedern eine der größten Universitätsgesellschaften bundesweit – ist nicht der einzige Geburtstag: Gefeiert wird zugleich das 40-jährige Bestehen des Energielabors.
Gebührende Feier
„Wir haben im UGO-Vorstand intensiv über das Jubiläum diskutiert und sind schließlich zu dem Ergebnis gekommen, das Thema Klima in den Mittelpunkt unseres Jubiläums zu stellen. Mit dem Energielabor hat die Uni Oldenburg in diesem Forschungsbereich sehr früh Maßstäbe gesetzt und bundesweite Anerkennung erhalten“, sagt Prof. Dr. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender der UGO, die sogar älter ist als die Universität selber. „Die Universitätsgesellschaft hat diesen Bereich der universitären Entwicklung immer unterstützt.“ Ausdrücklich ist die interessierte Öffentlichkeit zur Teilnahme an den Oldenburger Klimatagen eingeladen.
Prominente Referenten
Zu den Klimatagen haben namhafte Expertinnen und Experten zugesagt. So wird mit Prof. Dr. Hartmut Graßl ein „Urgestein“ der Klimaforschung sprechen. Der langjährige Direktor (seit 2005 emeritus) am Max-Planck-Institut für Meteorologie und Direktor des Weltklimaforschungsprogrammes referiert über „Wie die Klimaforschung zur globalen Energiewende führte“. Gemeinsam mit dem früheren Dekan des Fachbereiches Physik der Carl von Ossietzky Universität und langjährigem Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme, Prof. Dr. Joachim Luther, wird Graßl anschließend auch ein moderiertes Gespräch führen.
Das Programm der Oldenburger Klimatage am Donnerstag, 23. Juni, ist quasi zweigeteilt: vormittags von 9 bis 12.45 Uhr steht der Klimaschutz aus wissenschaftlicher Sicht im Fokus, nachmittags von 14 bis ca. 17 Uhr das, was Unternehmen aus dieser Forschung gelernt haben und noch lernen müssen.
Anmeldungen zu den Oldenburger Klimatagen der Universitätsgesellschaft Oldenburg sind noch möglich unter claudia@winkler-bfk.de. Die Teilnahme ist kostenfrei und auch in Teilen möglich. Der Kongress findet in der Alten Fleiwa statt.
Eröffnet werden die Klimatage von Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder. Ein Grußwort kommt von Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies. Über „Beobachtungen in der Arktis“ spricht Dr. Marcel Nicolaus vom Alfred Wegener Institut. Den Vortrag zu 50 Jahren UGO hält Brinker, zu 40 Jahren Energielabor spricht Luther.
Das Energielabor der Universität Oldenburg hatte Anfang der 1980er Jahre den Grundstein für den Forschungsschwerpunkt „Erneuerbare Energien“ gelegt. Weitere Inhalte der Klimatage sind Impulsvorträge zu notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels von Dr. Daniel Kauer (VW), Dr. Peter Prinz (Vynova Wilhelmshaven) und Dr. Johannes Teyssen (ehemaliger CEO EON).
Erst der Anfang
Eine gemeinsame Podiumsdiskussion, an der auch EWE-Chef Stefan Dohler, Irina Lucke (Omexom Renewable Energies), Prof. Dr. Astrid Nieße (Offis) sowie Nicolaus teilnehmen werden, runden die ersten Oldenburger Klimatage ab.
Die sollen keine einmalige Angelegenheit bleiben. Künftig soll es jährlich einen solchen Kongress in Oldenburg geben, der sich einreihen kann in ähnlich etablierte. In die Organisation – so stellt Brinker es sich vor – sollten künftig möglichst Studenten eingebunden werden. Das hätte gleich zwei Effekte: Die Studenten könnten etwas lernen und für ein jüngeres Publikum sorgen, sieht der UGO-Vorsitzende auch hier die Nachhaltigkeit. Das könnte dann ein Geschenk zur 50-Jahr-Feier der Universität selber werden.
