Düsseldorf/Berlin - Die Gerda-Henkel-Stiftung stellt 750 000 Euro für Grundlagenforschung zur Gestaltung des Wiederaufbaus von Aleppos historischem Erbe bereit. Die Gelder kommen zwei Forschungsvorhaben zugute, die am Deutschen Archäologischen Institut und am Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen/Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin angesiedelt sind, wie die Stiftung mitteilt.

Unter dem Titel „Die Stunde null – Eine Zukunft für die Zeit nach der Krise“ bauen demnach in beiden Projekten syrische und deutsche Wissenschaftler eine Datenbank auf, in der sie die kriegsbedingten Schäden in Aleppo dokumentieren. Zudem soll ein dreidimensionales Modell des in weiten Teilen zerstörten Basars von Aleppo erstellt werden. Der virtuelle Modellbau soll an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg umgesetzt werden.

Die beiden Forschungsprojekte bauen auf einer vorhandenen Archivdatenbank des Museums für Islamische Kunst (Berlin) und des Deutschen Archäologischen Instituts, dem sogenannten Syrian Heritage Archive Project, auf. Über 100 000 Fotos, Pläne und Karten zu syrischen Kulturgütern waren mit Mitteln des Auswärtigen Amts digitalisiert worden. Im Rahmen der neuen „Damage Assessment“-Datenbank sollen nun die historischen Daten mit dem Wissen um die aktuellen Zerstörungen verknüpft werden.

Grundlage beider Vorhaben sei ein breites Netzwerk aus syrischen Nachwuchswissenschaftlern sowie internationalen und deutschen Experten. Geplant sind auch Schulungen für syrische Wissenschaftler in Deutschland und im Libanon.