STUTTGART - Im Mai beherrscht Saturn die erste Nachthälfte. Mit Einbruch der spät einsetzenden Dunkelheit steht er schon hoch im Südosten. Der ringgeschmückte Planet wandert rückläufig durch die Jungfrau und steuert auf den Jungfraustern Porrima zu. An ihm kann man gut die langsame Bewegung von Saturn im Laufe des Monats studieren. Vom Morgenhimmel zieht sich Saturn allmählich zurück.

Der zunehmende Mond besucht den Ringplaneten bei seiner monatlichen Tour durch den Tierkreis am 14., wobei er weit südlich an ihm vorbeizieht. In der ersten Maihälfte kommt es zu einem spannenden Planetentreffen in der Morgendämmerung. Tief am bereits aufgehellten Osthimmel begegnen sich die drei Planeten Venus, Jupiter und Merkur.

Es ist reizvoll, ihre gegenseitigen Positionsveränderungen zu verfolgen. Am 11. zieht Venus knapp südlich an Jupiter vorbei. Um die Monatsmitte beginnt das Dreigestirn sich aufzulösen. Um Merkur in der hellen Morgendämmerung zu sehen, benötigt man ein Fernglas. Auch Jupiter ist erst in der zweiten Maihälfte mit bloßem Auge zu sehen. Der vierte im Bunde ist Mars. Um den Roten Planeten zu entdecken, bietet sich Venus an, die am Morgen des 23. nur zwei Vollmondbereiten südlich von Mars steht. Am 10. Mai verlässt Mars das Sternbild Fische und wechselt in das Sternbild Widder.

Im Nordwesten leuchtet die auffällig helle Kapella im Fuhrmann. Sie ist in unseren Breiten zirkumpolar. Das heißt: Sie geht nie unter und ist deshalb das ganze Jahr in jeder klaren Nachtstunde zu sehen. Kapella ist eine gelbe Doppelsonne in 42 Lichtjahren Entfernung.