Hamburg - Mit fortschreitender Abenddämmerung zeigt sich im Oktober tief im Südwesten der Abendstern, die Venus. Venus ist zwar der hellste aller Planeten, wegen der horizontnahen Stellung ist der innere Nachbarplanet der Erde aber noch nicht besonders auffällig. Am 3. wandert die schmale Sichel des zunehmenden Mondes an Venus vorbei.

Vollmond tritt am 16. um 6.23 Uhr ein, wobei der Mond besonders groß erscheint. Denn nur einen Tag später passiert er seinen erdnächsten Bahnpunkt, wobei ihn 357 860 Kilometer von uns trennen. Das Zusammentreffen von Vollmond und Erdnähe führt zu Springfluten mit besonders hohem Tidenhub.

Nicht nur Venus, auch Mars und Saturn sind noch am Abendhimmel sichtbar. Beide stehen knapp über dem Südwesthorizont. Gegen Ende Oktober zieht sich Saturn vom Abendhimmel zurück. Am 30. wird Saturn von Venus weit südlich überholt. Um Saturn noch zu erkennen, empfiehlt es sich, ein Fernglas zu benutzen. Auch Mars ist nicht mehr leicht auszumachen. Kurz nach zehn Uhr abends wird er im horizontnahen Dunst unsichtbar und geht unter.

Zu Monatsbeginn ist der flinke Merkur gut am Morgenhimmel erkennbar – ab sechs Uhr knapp über dem Osthorizont. In der zweiten Oktoberwoche zieht sich Merkur vom Morgenhimmel zurück und wird unsichtbar. Jupiter hingegen taucht Mitte Oktober am Morgenhimmel auf. Der weiß glänzende Riesenplanet wandert durch das Sternbild Jungfrau. Ende Oktober geht Jupiter bereits um 4.35 Uhr auf.

Uranus kommt zur Monatsmitte in Opposition zur Sonne. Der grünliche Planet steht somit der Sonne am irdischen Firmament genau gegenüber und ist die gesamte Nacht am Sternenhimmel präsent. Um Uranus im Sternbild Fische zu entdecken, ist ein Fernglas oder Teleskop nötig. Er ist so lichtschwach, weil er doppelt so weit von der Sonne entfernt ist wie Saturn.

Uranus wurde 1781 rein zufällig von Wilhelm Herschel mit einem selbst gefertigten Teleskop im Sternbild Zwillinge entdeckt. Ein Menschenleben lang – 84 Jahre – ist dieser Planet unterwegs, um einmal um die Sonne zu laufen.