ABENS/WITTMUND - Viele kleine Ortschaften entlang der Landesstraße 10 zwischen Wittmund und Esens haben sie schon, nun soll auch Abens eine bekommen: Die Stadt will dort eine Fußgängerampel bauen und das Geld dafür im Haushalt 2012 bereitstellen. So hat es der Finanzausschuss empfohlen.
'Es ist traurig, dass die Menschen in Abens nicht sicher über die Straße kommen', sagte unter anderem Ratsherr Holger Kirchhoff (SPD). Er verwies auf zwei Anhaltestellen für Busse. Auch müsse der Schulweg für die Kinder sicherer werden. Andere Redner brachten vor, dass in Blersum, Hattersum oder Burhafe längst Ampeln stehen. Es gebe keinen Grund, Abens auszunehmen. Ingrid Ahrens (Grüne) ist es vor allem wichtig, dass die Kinder sicher zu Schule kommen.
Dirk Gronewold (CDU) sagte: 'Es handelt sich hier um eine alte Forderung von Ortsvorsteher Hermann Rahmann, die wir jetzt umsetzen sollen und wollen. Die Ampel gehört mit auf die Wunschliste für dieses Jahr.'
Ein klares Nein kam hingegen von Johann Hillerns (parteilos). 'Die Verkehrszählung ergibt das nicht. Wir müssen viel sparen. Die Argumente aus Abens sind zwar nachvollziehbar – aber die notwendigen Zahlen werden nicht erreicht.' Hillerns beruft sich auf eine Analyse vom September 2009. Eine Zählung hatte damals den Höchstwert von 15 Querungen von Radfahrern und Fußgängern in der Stunde ergeben. Diese Zahl liege erheblich unter dem geforderten Wert von 50 Querungen pro Stunde. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr werde deswegen die Kosten nicht übernehmen, die Stadt müsse die Ampelanlage und die Folgekosten komplett selbst übernehmen. 'Abens ist für mich nicht so wichtig, dass wir damit den Haushalt belasten', sagte Hillerns.
Mit dieser Aussage rief er die Befürworter natürlich erst recht auf den Plan. Olaf Wagner (SPD) meinte: 'Der Verkehr auf der L 10 wird immer stärker, wir dürfen das nicht auf die Finanzen abschieben. Oder müssen wir erst einen Unfall ,abwarten’'? Günter Donat (CDU) sprang ihm bei: 'Bei uns in Blersum musste erst ein Unfall passieren, bevor endlich eine Ampel gebaut wurde.' Soweit dürfe man es in Abens nicht kommen lassen. 'Wir müssen jetzt handeln, sonst wird das in 100 Jahren nichts', setzte Donat hinzu.
So soll es nun auch kommen. Der Finanzausschuss votierte mit großer Mehrheit für die Fußgängerampel im Ortsteil Abens. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 18 000 Euro – 10 000 Euro davon für die Installation und 8000 Euro für die Wartung auf zehn Jahre.
