Ardorf - Er sagt, er „möchte der Natur etwas zurück geben“ und „ihr den nötigen Raum lassen“. Er ist Rentner und der Garten würde „ohnehin nicht mehr anderes genutzt werden“, wie er sagt. Vor gut zwei Wochen haben die ersten Pflanzen ihre bunten Blüten geöffnet: „Recht spät – das liegt am nasskühlen Wetter“, so der Ardorfer.
Ein Ökosystem hinterm eigenen Haus
Ab dem Frühjahr bis Ende Herbst blüht es auf seinem Grundstück. Das freut nicht nur die Insekten, sondern lockt auch andere Tierarten an: „Hier sind viele Vögel. Darum habe ich circa 50 Nistkästen auf meinem Grundstück abgebracht, die zu 70 Prozent belegt sind. Aber auch Mäuse, Frösche, Schnecken oder Ameisen gibt es hier.“ Gerdes Garten ist ein regelrechtes Paradies für Tiere und Pflanzen: Er hat eine Streuobstwiese angelegt und geplant ist ein Wasserlauf entlang des begrünten Walls, der den Amphibien ein Zuhause bieten soll. Besonders die vier Bienenvölker von Imker Karl-Heinz Onken machen mit ihrem Summen auf sich aufmerksam: „Das Bienensterben wird immer mehr thematisiert. Ich bin froh, dass es hier eine Blühfläche gibt. Grundsätzlich würde es aber schon reichen, wenn jeder Bürger einen kleinen Teil im eigenen Garten für die Insekten begrünt lassen würde.“
Das Imkern: Ein arbeitsintensives Hobby
Die Honigbiene sei ohnehin nicht so stark gefährdet, sondern eher die Schwebfliegen und Solitärbienen, die zur Bestäubung beitragen. „Honigbienen sind auf den Menschen angewiesen. Sie sind sehr empfindlich und müssen bei einem Befall schnell behandelt werden – andernfalls breitet sich der Schädling schnell aus und große Völker können in kürzester Zeit sterben. Aktuell werde diskutiert, einen ,Imker-Führerschein’ einzuführen“, was Onken befürwortet. Er hat mehrere Völker – unter anderem bei der Kaserne in Wittmund. Die Bienen fliegen gut drei bis vier Kilometer, um Nahrung zu finden. Den produzierten Honig verkauft er dann in der Region.
