Ardorf - 28 Jahre lang war Wilfried Ubben stellvertretender Ortsbrandmeister der Ardorfer Wehr. Stets stand der bescheidene Mann in zweiter Reihe, aber dort erledigte er seine Aufgaben immer mit Hingabe.
Nun hat sich der 63-Jährige entschieden, in der Zeit als aktiver Feuerwehrmann, mit 67 kommt er in die Altersabteilung, wieder in die Reihe der Gruppe und der praktischen Arbeit zu treten. Über die Zukunft der Ardorfer Feuerwehr macht sich der Maurer keine Sorgen. Das Durchschnittsalter liegt bei 32,5 Jahren und es gibt 44 aktive Mitglieder. In naher Zukunft wird auch ein neues Feuerwehrhaus gebaut werden. Auf die Einweihung freit sich Ubben schon.
Ein Ständchen der Feuerwehrleute
Es gibt viele Menschen, die sich ehrenamtlich in den Freiwilligen Feuerwehren engagieren. Einer davon ist Wilfried Ubben – seit 52 Jahren ist er sozusagen Tag und Nacht in Rufbereitschaft und stets dabei, wenn es gilt, Menschen zu helfen. 28 Jahre war der heute 63-Jährige stellvertretender Ortsbrandmeister in Ardorf. An die Spitze, so sagt der Maurer, wollte er nie, aber die Verantwortung als zweiter Mann in der Führungsriege hat er gern übernommen.
Mit seinem 63. Geburtstag im Juli legte er sein Amt nun nieder. „Das passte irgendwie ganz gut, fand ich“, sagt Wilfried Ubben. Eigentlich wollten seine Kameraden ihn gebührend feiern und verabschieden, aber daraus wurde wegen der Corona-Pandemie nun nichts. Trotzdem ließen sich die Frauen und Männer um Ortsbrandmeister Heiko Onken einiges einfallen. Sie holten ihn mit einem Oldtimer-Feuerwehrfahrzeug ab und sangen ihm unter Einhaltung der Abstandsregeln ein Ständchen.
Weiterhin aktiv in zweiter Reihe
Die Ubbens sind eine Feuerwehr-Familie. Auch Wilfrieds Vater und sein Opa engagierten sich im Brandschutz. „So trat ich am 1. Mai 1968 in die Jugendwehr ein“, sagt der Ardorfer. 1992 wurde er dann als stellvertretender Ortsbrandmeister gewählt. „Das war für mich keine leichte Entscheidung, ich hatte zwar viele Lehrgänge besucht, aber ja keinerlei Erfahrung in der Führungsebene“, sagt Ubben. Zudem musste er natürlich auch mit seiner Frau Johanne sein Vorhaben besprechen, immerhin bedeutete das für Wilfried Ubben fast jeden Freitag Dienst zu haben. Mit Ortsbrandmeister Theo Tobias bildete er damals ein Team. Nun steht schon seit zehn Jahren der 42-jährige Heiko Onken an seiner Seite. Als Tobias in die Altersabteilung wechselte, hatte Ubben aber keine Ambitionen aufzurücken, im Gegenteil, er freute sich, das man für die Führungsposition aus den eigenen Reihen einen mit 32 Jahren jungen Mann gefunden hatte.
Um die Zukunft der Wehr in Ardorf macht sich Wilfried Ubben keine Sorgen. Wie Onken bestätigt, gibt es hier 44 aktive Kameraden mit einem Durchschnittsalter von 32,5 Jahren. Auch die Jugend und die Kinderabteilung laufen gut.
So ganz ohne Feuerwehr möchte Wilfried Ubben jetzt aber nicht sein. „Ich gehe zurück in die zweite Reihe und freue mich nun, bei Einsätzen wieder die ganz normalen Arbeiten wie Schläuche abrollen erledigen zu dürfen“, sagt der freundliche Mann, der für seine ruhige und besonne Art bei den Feuerwehrleuten Anerkennung bekommen hat. Mit 67 Jahren ist dann aber Schluss, dann scheidet Ubben aus dem aktiven Dienst aus.
