Berdum - „Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie 1978 nach Berdum gezogen sind.“ Ein schöneres Kompliment für ein Dorf kann es wohl nicht geben, wenn sich ein 43-Jähriger dort so wohl fühlt. Berdum ist klein, hat aber eine lebendige Gemeinschaft, betont Stephan Behrends. Und für die möchte er sich einsetzen bei der Kommunalwahl am 12. September.
Der Berdumer kandidiert als Parteiloser auf der Liste der SPD. „Vom Grundgedanken tendiere ich mehr zu den Genossen. Wenn ich gewählt werde, trete ich in die Partei ein“, sagt Stephan Behrends. Bereits vor ein paar Jahren hatte ihn die Berdumer Ortsvorsteherin Anja Rible (SPD) gefragt, ob er sich vorstellen könne, sich für die Kommunalpolitik zu engagieren. Damals aber wollte Behrends, der zwei Kinder hat (Franka, 14 Jahre, und Tammo, elf Jahre), erst einmal die Trennung von seiner Frau hinter sich haben. Nun sind die Familienverhältnisse geordnet. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Dagmar Edelmann wohnt er in einem schönen Haus in Berdum.
Nun möchte sich der 43-Jährige für sein Dorf einsetzen, denn Anja Rible wird nicht mehr antreten – damit ist der Posten des Ortsvorstehers wieder frei. „Berdum war schon immer rot“, sagt der Lagerist, der in Wilhelmshaven arbeitet. Und das gibt Stephan Behrends die Hoffnung, dass er den „Job“ von Abja Rible übernehmen wird. Engagement für das Dorf, das gehört für den Berdumer ohnehin dazu. Seit 1994 ist er in der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr, war dort zwölf Jahre Schriftführer. Seit 1985 ist der Berdumer auch Mitglied des Boßelverein „Driest weg“ Berdum. Hier hat Stephan Behrends seit zehn Jahren den Posten des Vorsitzenden und den möchte er auch unbedingt behalten. „Ich bin Boßler durch und durch“, sagt der Sportler, der an vielen Wettkämpfen teilnimmt. Dass auf ihn einiges zukommt, sollte er gewählt werden, ist ihm bewusst und auch, dass seine Freizeit sich schmälern wird. Behrends steht auf Listenplatz sechs bei den Stadtratswahlen und kandidiert auf Platz sechs auch für den Kreistag.
„Das wird dann etwas ganz neues, aber schon jetzt haben mir die Mitglieder der SPD Unterstützung bei der Einarbeitung in Themen zugesagt“, sagt der Berdumer. Er weiß, dass er als gewähltes Stadtratsmitglied alle 13 Ortschaften, die zu Wittmund gehören, im Blick haben muss. Und gerade als Berdumer weiß der 43-Jährige um die Bedeutung von Landwirtschaft und Tourismus in der Region. So gibt es auch mit Berdum und dem Nordseebad Carolinensiel einige Verknüpfungspunkte. Nicht nur, dass die Berdumer sich am Straßenfest in Clinensiel beteiligen, Behrends ist auch Mitglied des TSV Jahn. Da der kleine Ort keine Grundschule und keinen Kindergarten hat, werden die Mädchen und Jungen in Carolinensiel betreut und beschult. „Für uns sind das kurze Wege zu den Einrichtungen“, sagt Stephan Behrends, der auch Mitglied im Förderverein Mühlendorf Berdum ist.
Für den Erhalt der Gemeinschaft mit den Vereinen in Berdum, zu denen auch der Frauenkreis, der Posaunenchor und der Schützenverein Funnix-Berdum gehören, steht Stephan Behrends bei der Wahl ein. Er weiß aber: Ohne bezahlbaren neuen Wohnraum zu schaffen, wird es nicht funktionieren. „Wir brauchen ein neues Baugebiet“, sagt der 43-Jährige, der sich nicht vorstellen kann, aus „seinem“ Berdum einmal wegzuziehen.
