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“Baller-Ina“ in Blersum „Solche Festival-Konzepte sind die Zukunft“

Wilko JANßen

Blersum - Einen starken Eindruck muss die Ortschaft Blersum auf Tristan Stadtler, den Sänger der Gruppe Raum 27, gemacht haben. Als er am Freitag gegen 21 Uhr zusammen mit dem zweiten Bandmitglied, Gitarrist Mathis Schröder, und weiteren Background-Musikern die Bühne des „Baller-Ina“-Festivals auf dem örtlichen Bolzplatz enterte, rief er ins Publikum: „Was geht denn hier ab? Wir sind seit 15 Uhr hier im Ort und haben nur weltoffene Menschen getroffen. Habt Ihr Bock auf eine Rock-Party?“ Die begeisterte Zustimmung der 250 Besucher war ihm gewiss.

Unterdessen hatte Adrian Heeren, Vorsitzender des eigens für das Festival gegründeten Vereins „Baller-Ina“, Zeit für ein kurzes Pressegespräch. Im Vorfeld der Veranstaltung und bis jetzt laufe alles hervorragend, so der Vorsitzende. Alle 250 Tickets konnten rasch online verkauft werden, für den Abend fanden sich 50 ehrenamtliche Helfer ein, darunter viele Mitglieder der örtlichen Dorfgemeinschaft und der Dorfjugend. Letztgenannte liefen sich die Füße wund, mussten sie doch per Whats App aufgegebene Getränke- und Bratwurst-Bestellungen zu den Tischen bringen. Denn in maximal Achtergruppen saßen die jungen und jung gebliebenen Gäste an den Tischen, die wiederum nur für den Gang zur Toilette verlassen werden durften.

Von Grambusch lieferte Punk-Pop der „allerfeinsten Sorte“

Nicht nur in ein aufwendiges Hygiene-Konzept steckte der „Baller-Ina“-Verein viel Arbeit, auch die Liste der Bands und die „Pausenfüller“-Aktionen in den Umbauphasen konnten sich sehen lassen. Und der „Hunger“ der Besucher nach Livemusik, einer fast schon in Vergessenheit geratenen Form der Ausgelassenheit sowie einer, wenn auch „mit Abstand“, öffentlichen Feier, war groß. Das Publikum setzte sich nicht nur aus vielen Einheimischen, sondern auch aus Auswärtigen von weit her, eine Gruppe kam aus Hamburg, zusammen. Schon bei der offiziellen Begrüßung der Gäste um 19.30 Uhr durch Heeren und seinen Stellvertreter Nico Eilts war die Stimmung großartig, noch vor dem Auftritt der ersten Band sorgten zwei Ex-Mitglieder von Knallfrosch Elektro als „Warm up“ für eine kleine Gaudi.

Dann wurde es Zeit für die erste der insgesamt drei Bands, die alle in die Kategorie „Newcomer“ einzuordnen sind: Die Gruppe Von Grambusch aus Bremen startete gleich mit Punk-Pop der allerfeinsten Sorte. Sänger Jendrik Grube war erst solo unterwegs, bevor er von Grambusch 2019 gründete. Grubes ursprünglicher Ansatz war es, Punklieder mit der Akustikgitarre zu vertonen. „Doch dann kamen weitere Instrumente dazu und es wurde immer lauter“, grinste Grube. Den Blersumer Fans gefiel es, sangen sie doch schon bei „Wenn Du gehst“, „Willkommen in Stockholm“ und „Herzlichen Glückwunsch“ lautstark mit. Vor der Bühne tanzen war zwar nicht erlaubt, doch aufstehen und klatschen sowie „mit Abstand“ auf den Sitzbänken stehen und lautstark mitsingen, ging natürlich.

Besucher-Gruppe musste des Platzes verwiesen werden

Nun folgte die bereits erwähnte Gruppe Raum 27, nach deren Auftritt viele Besucher zu der Erkenntnis kamen: Diese Jungs könnten den nationalen Durchbruch tatsächlich schaffen. Hochwertig arrangierte Lieder, auf den Grat zwischen Rock- und Popmusik wandernd, dazu der charismatische Sänger Tristan Stadtler, der bei Bedarf auch kehlig-rau à la Marius Müller Westernhagen singen kann. Keine Frage, mit ihren Titeln „Traurig, abber ist so“ oder „Kalt schwül warm“ braucht die aus Bremerhaven stammende Gruppe Raum 27 den Vergleich mit Indie-Rockbands wie Kraftklub oder Madsen nicht zu scheuen. Das fand auch Besucher Heiko Schimkus, für den Festival-Konzepte wie „Baller-Ina“ in Zeiten der Corona-Pandemie die Zukunft sind.

Den Deckel drauf machte dann die Stuttgarter Punkrocker von The Snouts, die zeigten, warum sie laut Wikipedia zu den namhaften deutschen Punkbands zählen. Doch inzwischen verstieß eine kleine Besuchergruppe immer auffälliger gegen die Corona-Auflagen. Letzlich musste sie, nachdem Appelle der Organisatoren nichts nutzten, des Platzes verwiesen werden.

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