Carolinensiel - Lange, bevor die 2G-Regel zur Pflicht wurde, hatte sich der Veranstalter, der „ClinerWind e.V.“, mit einem 2G-Sicherheitskonzept für den Markt beworben und eine Zusage bekommen. Dort gilt nun Maskenpflicht, kontrolliert wird an den Verkaufsständen. Bevor es Getränke und Speisen gibt, wird der Impfstatus überprüft – etwa am Stand von Susi und Andreas Kühn. Wer einen entsprechenden Nachweis erbringt, bekommt ein gelbes Bändchen ums Handgelenk, das an jedem Stand vorgezeigt werden muss. Sehr „diszipliniert und reibungslos“, so die Standbetreiber, lief das am Eröffnungstag ab, an dem der Markt trotz früh einsetzenden Regens noch bis nach 20 Uhr gut gefüllt war.
Petra Hinrichs, neue Marktleiterin des Wochenmarktes, war mit ihrem Wurststand an vorderster Front platziert. „Hier mussten alle vorbei. Selbst am Abend kamen alle mit Maske an und zeigten bereitwillig ihr Armbändchen.“
Lange Schlange vor Testzentrum
Samstagvormittag – noch lange, bevor der Markt öffnete – bildete sich dann bereits eine lange Schlange vor dem Testzentrum in Carolinensiel: Zwar gilt noch keine 2G-Plus-Regel, jedoch wollten sich viele vor dem Besuch des Wintermarktes testen lassen.
Simon Lübben, Ortsvorsteher und Vorsitzender des Veranstaltervereines, zeigte sich mit der Disziplin der Besucher, bis auf wenige Ausnahmen, sehr zufrieden. „Wir schauen jetzt erst einmal von Wochenende zu Wochenende. Auch wenn in der kommenden Woche die Warnstufe 2 erreicht wird, haben sich die Standbetreiber schon geäußert, auch mit einer 2G-Plus-Regel weiterzumachen.“
Schwerlastkran hievt Baum ins Wasser
Die Attraktion des Wochenendes: Das Aufstellen des Schwimmenden Weihnachtsbaumes. Schon am Freitag waren im Hafenbecken die Haltepunkte von den Spundwänden zur Hafenmitte Ketten gespannt worden. Diese sorgen dafür, dass der Baum auch da bleibt, wo er stehen soll: In der Hafenmitte. Um 14 Uhr nahm dann am Samstag ein Schwerlastkram eine 2,8 Tonnen schwere Plattform an den Haken, die als Tragegerüst dient, und platzierte sie im Hafenbecken. Schließlich wurde der mit über 240 Lichtern geschmückte Weihnachtsbaum angehoben und zielgenau durch den Kranführer in die Trageöffnung eingepasst – mit Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer des Vereins „Weihnachtsbaumgesellschaft Carolinensiel e.V.“ und unter den Augen eines Filmteams des NDR.
Mit dem ersten Glockenschlag der Kirche um 18 Uhr hallte ein lautes „Ooooohhh“ durch den Hafen: Der Baum erleuchtete zum ersten Mal mit seinen LED-Leuchten den Wintermarkt.
Kommentar zum Thema: Schlimme Weihnachten
Jens Nähler zum Wintermarkt in Carolinensiel
Gähnende Leere herrschte im letzten Jahr, als in Carolinensiel die Lichter am Baum im Hafenbecken angingen. Damals lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Wittmund bei 82,6, der Wintermarkt war abgesagt. Ein Jahr später ist die Corona-Lage schlimmer als je zuvor – und jetzt freuen sich Menschenmassen bei Glühwein, Fisch und Bratwurst über ein Stück zurückgewonnene Normalität. Bei einer regionalen Inzidenz von 355,5! So sehr wir sie uns alle herbeisehnen: Normalität ist etwas anderes.
Auch wenn es unpopulär ist: Mit Veranstaltungen wie dem Wintermarkt schenken wir uns lediglich ein „schlimmes Weihnachten“, vor dem RKI-Chef Lothar Wieler zuletzt eindringlich warnte. Es ist fahrlässig, den Markt unter diesen Umständen weiterzuführen. Da hilft auch keine 2G-Plus-Regel – sondern nur eine Absage.
