Carolinensiel - „Wenn der Tourismus nicht bald reaktiviert wird, wird unsere heimische Wirtschaft kollabieren“, sagt Simon Lübben, Vorsitzender des Carolinensieler Vereins Cliner Wind. Der Verein fordert die Landesregierung auf, es nicht nur den Zweitwohnungsbesitzern wieder zu ermöglichen, im Nordseebad zu übernachten, sondern auch insgesamt den Tourismus für Ferienhäuser und Wohnungen zuzulassen.
Harte Wochen liegen hinter den Vermietern, Gastronomen und Immobilienbesitzern – alle Quartiere stehen leer, der Ort ist wie ausgestorben. „Wenn wir wieder anfangen, wird es eine Sparflamme für uns alle werden, das wissen wir“, sagt Lübben. Worte wie Abstand, Hygiene und Maske werden den Alltag auch im Tourismus und in der Gastronomie noch lange beschäftigen, ist sich der Vorsitzende des Vereins sicher. Zusammen mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Ulf Thiele, dem Vorsitzenden der Kreis-CDU, Björn Fischer, und Sven Behrens (Vorsitzender der CDU Ostfriesland) wurde daher am Wochenende ein Positionspapier zum Neustart des Tourismus in Ostfriesland verabschiedet.
„Die Corona-Pandemie hat die Branche praktisch auf null zurückgeworfen – zahlreiche Mitarbeiter erfahren massive Einkommenseinbußen und bangen um ihre Arbeitsplätze, viele Betriebe kämpfen um das wirtschaftliche Überleben“, betont Lübben. Er hofft jetzt auf zeitnahe Entschlüsse der Landesregierung zur Reaktivierung der Tourismusbetriebe. Laut Positionspapier sollten Landesverordnungen regionalisiert und in der Entscheidungskompetenz der zu-ständigen Landkreise umgesetzt werden. Diese wiederum müssten mehr Personal und Unterstützung in den Gesundheitsämtern erhalten. Zudem solle das Meldewesen für Übernachtungsgäste von gewerblichen Vermietungen (Hotels) konsequent auch auf private Unterkünfte ausgedehnt werden, um bei Infektionen die Infektionswege effektiver nachvollziehen zu können. Gefordert wird auch eine engere Vernetzung und Zusammenarbeit mit den touristisch geprägten Nachbarländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
„Und wir brauchen Förderprogramme, denn die Umsatzeinbußen der vergangenen Wochen werden wir nicht mehr aufholen können“, sagt Simon Lübben. Sinnvoll sei die Ausweitung der Steuersatzsenkung über einen längeren Zeitraum, mindestens bis Ende 2023. „Wir unterstützen das 6-Punkte-Sofortprogramm des Tourismusverbandes Niedersachsen und die Forderung für ein gezieltes touristisches Investitionsprogramm sowie die Anpassung laufender Förderprogramme“, heißt es abschießend in dem Positionspapier.
