Wittmund - Der Landkreis Wittmund möchte seine Erstanlaufstelle für Geflüchtete, das sogenannte Willkommenszentrum, auch weiterhin vorhalten. Dafür hat sich der Sozialausschuss des Landkreises in seiner jüngsten Sitzung einstimmig ausgesprochen.

Eröffnet worden war die Anlaufstelle in den Räumlichkeiten des ehemaligen Pflegeheims „Johanneshaus“ im März 2022. Ursprünglich sollte der Weiterbetrieb bis März 2024 laufen.

Nun empfiehlt der Sozialausschuss einen Weiterbetrieb auf unbestimmte Zeit. „Nach nunmehr etwas mehr als eineinhalb Jahren muss festgestellt werden, dass dem Landkreis Wittmund ohne die Ressourcen des Willkommenszentrums eine Aufnahme der vom Land zugewiesenen Geflüchteten kaum möglich gewesen wäre“, heißt es in der Beschlussvorlage. Seit Inbetriebnahme des Willkommenszentrums (WZ) seien dort bislang 862 Personen aus mehr als 25 Nationen aufgenommen und versorgt worden, erklärte der Erste Kreisrat Uwe Cassens.

Mehr als 700 Menschen konnten mittlerweile von der Awo in eigene Wohnungen vermittelt werden. Doch das wird beim aktuellen Wohnungsmarkt zunehmend schwieriger werden. „Aus Sicht der Kreisverwaltung sollte das WZ Wittmund bis auf Weiteres vorgehalten werden. Einerseits haben sich die wöchentlichen Zuweisungen in den Landkreis Wittmund stark erhöht. Andererseits ist es deutlich herausfordernder geworden, Wohnraum für die Geflüchteten zu akquirieren“, heißt es in der Beschlussvorlage weiter.

Bis März 2024 soll der Landkreis noch 143 weitere Personen aufnehmen. Diese Pro­gnose wurde jedoch vor dem Angriff der Hamas auf Israel getroffen. Wie sich die Zuweisung entwickelt, bleibt also abzuwarten, sagte Cassens.

Die Anlaufstelle im „Johanneshaus“ wird vom Deutschen Roten Kreuz Wittmund im Auftrag des Landkreises betrieben. Mittlerweile stehen dort 150 Plätze zur Verfügung. Aktuell habe der Landkreis etwa fünf Zuweisungen in einer Woche. Die Auslastung der Einrichtung liege im Schnitt etwa bei 100 Plätzen, Anfang des Jahres waren es nur um die 50 Plätze. „Wir sind dringend darauf angewiesen, diese Zwischenstelle zu haben“, betonte Cassens.

Auch die Ausschussmitglieder konnten dem nur zustimmen. „Es ist eine absolut wichtige Einrichtung und hat unsere volle Zustimmung“, betonte etwa Simon Lübben (CDU).

Kim-Christin Hibbeler
Kim-Christin Hibbeler Redaktion Wittmund