Isums/Wittmund - Lange lag er im Dornröschenschlaf, der Campingplatz Isums. Vor etwa 20 Jahren erwarb Familie Buse das Areal direkt am Freizeitbad und baute es zu einem Campingplatz auf. Jetzt stand die Fläche zum Verkauf. Die Unternehmer Andres Kleinhaus und Jürgen Frechen erwarben das Areal und wollen jetzt einen Camping- und Angelpark schaffen.

Die Ziele sind hoch gesteckt. Entstehen sollen am Ende in mehreren Bauabschnitten 450 Parzellen. Im Zentrum der Pläne steht aber der ehemalige Baggerteich mit einer Gewässerfläche von sechs Hektar. Das soll künftig das Paradies für Angler werden, die direkt in Hütten an dem See oder in Mobilheimen, die fest gebaut werden, ihren Urlaub verbringen sollen. Das Konzept der Investoren ist, wie sie sagen, erprobt. Seit 15 Jahren betreiben sie das Angelparadies Zwillbrock (im Münsterland an der niederländischen Grenze). Acht Hütten stehen den Petrijüngern dort zur Verfügung, „Es gab für uns aber keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr“, sagt Investor Jürgen Frechen. 14 000 Gäste kommen jedes Jahr zu den Zwillbrocker Seen, wie Andreas Kleinhaus beschreibt. Er wird in Wittmund den Camping und Angelpark leiten und seinen Wohnsitz zusammen mit seiner Frau Severin in die Harlestadt verlegen.

„Das ist ein tolles Projekt. Aber Ideen allein reichen nicht, es müssen Menschen dahinter stehen, die solche Konzepte auch umsetzen“, betonte Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen, der sich freut, dass mit den neuen Investoren Isums mit dem Freizeitbad, den Anlagen des SV, des Tennisclubs und des Fischereiverbandes eine Aufwertung erfährt. Wenn alle Genehmigungen abgeschlossen sind, wird mit dem Bau im Januar begonnen, so Kleinhaus.

Über die genauen Summen sprechen sie nicht, aber bei der Präsentation des Konzeptes zur Umgestaltung des Campingplatzes Isums am Dienstag im Rathaus Wittmund wurde schnell deutlich: Für ein paar Euro ist das Projekt nicht zu haben. Jürgen Frechen (Mitgeschäftsführer der Hoffmann Interior GmbH & Co. KG aus Rosendahl-Holtwick) und Andreas Kleinhaus haben das 26 Hektar große Gelände gekauft und werden in den kommenden fünf Jahren mehrere Millionen Euro in die Hand nehmen, um daraus einen Camping- und Angelpark zu schaffen.

„Die Lage ist top und es gibt genug Erweiterungsmöglichkeiten für uns“, sagt der 40-jährige Kleinhaus, der den Park dann betreiben wird. Seit 15 Jahren ist er Geschäftsführer des Angelparadies Zwillbrock (Münsterland).

Derzeit laufen die Planungen zum Umbau, der sich in drei Abschnitte teilen wird, auf Hochtouren. Zumal auch ein Genehmigungsverfahren noch abgeschlossen werden muss, wie Wittmunds Bauamtsleiter Joachim Wulf berichtet. Das Gelände aber haben die Investoren bereits erworben und sie haben in dem ehemaligen Baggerteich auch schon Probe gefischt, schließlich steht der sechs Hektar große See im Fokus des Gesamtkonzeptes. „Der Fischbestand ist sehr gut. Es gibt Hechte, Brassen und Schleien“, sagt Kleinhaus.

In erster Linie sind die Angler angesprochen hier Urlaub zu machen. Aber auch für andere Touristen könnte Isums künftig attraktiv werden. Denn entstehen werden neben den Stellplätzen für Mobilheime und Camper auch 20 Ferienhäuser und zwölf Angelhütten. „Angeln hat eine große Lobby. Aber die Zeiten von Klappstuhl und Zelt sind vorbei“, sagt der 57-jährige Frechen. Die Kunden der beiden würden zunehmend Wert auf Komfort legen und den wollen die Investoren ihren Gästen bieten. So werden auch verschieden große Holzhäuser gebaut. Der Angler selbst kann ein Rundum-sorglos-Paket buchen, denn der Fisch soll vor Ort auch geräuchert werden können.

„Wir freuen uns sehr, dass Isums nun bald eine Aufwertung erfährt. Die Lage ist top – auch mit der umliegenden Infrastruktur wie den Anlagen vom Tennisclub, des Sportvereins, des Fischereiverbandes und vor allem dem Erlebnisfreizeitbad. Zudem wird die Harlestadt von den Touristen profitieren“, freute sich Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen. Als Bezeichnung haben sich die Investoren auf Friesensee geeinigt, gleichwohl sie wissen, dass Wittmund zu Ostfriesland gehört. „Es klingt einfach gut“, sagt Frechen.

Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales