LEERHAFE - 'Jetzt schließen wir die Tür, damit keiner abhauen kann', scherzt Stadtjugendfeuerwehrwart Sascha Cornelius, als sich alle Mitglieder eingefunden haben. Das heutige Thema bei der Jugendfeuerwehr in Leerhafe: Fahrzeugkunde. Dafür bekommt jeder der zehn bis Sechzehnjährigen einen Zettel, auf dem ein Gerätename steht. Alle nacheinander müssen sie ins Feuerwehrauto klettern und den gewünschten Gegenstand, sei es ein Bolzenschneider oder ein Handfunkgerät, hervorholen und erklären, wozu man ihn braucht. Nur der Stromerzeuger darf an seinem Platz stehen bleiben.
Alle zwei Wochen trifft sich die Jugendfeuerwehr um 17.30 Uhr an dem Feuerwehrhaus in Leerhafe. Dieses Mal ging es aufgrund des Wetters eher theoretisch zu, aber das ist nicht immer der Fall. 'Es kann auch mal passieren, dass ich eine Person im Wald verstecke und die anderen sie systematisch suchen müssen', erzählt Jugendwartin Marion Cornelius. Auch Löschübungen macht die 38-Jährige mit den Jugendlichen. Bei diesen wird ihnen beispielsweise nur gesagt, dass die Garage brenne. Dann müssen sie sich selbstständig in Truppen aufteilen und 'löschen'. Für solche Simulationen darf der Nachwuchs sogar den Ü;bungsplatz der Freiwilligen Feuerwehr samt Turm und Wasserentnahmestelle mitbenutzen.
Zusätzlich zu den Ü;bungen gibt es auch Vorbereitungen zu Prüfungen. Um mit 16 in die Freiwillige Feuerwehr übernommen zu werden, ist es nützlich, die sogenannte Leistungsspange zu haben - die höchste Auszeichnung für einen Jugendlichen der Feuerwehr. Doch auch die Kurse zur Jugendflamme 1 und 2 sind sehr begehrt.
Besonders stolz ist Marion Cornelius über die Wettbewerbserfolge. 'Einmal im Jahr treten wir gegen andere Jugendfeuerwehren an', berichtet sie. 'Und letztes Jahr haben wir beim CTF, einem internationalen Wettbewerb, den 4. Platz beim Landesentscheid gemacht.' Es geht bei der Jugendfeuerwehr aber längst nicht nur um Prüfungen und Wettbewerbe. Einmal jährlich fahren die Leerhafer mit den Jugendfeuerwehren aus Wittmund, Ardorf, Burhafe und Carolinensiel in ein Zeltlager. Dort ginge es zwar auch um Feuerbekämpfung, doch es sei zu '50 Prozent Feuerwehr und zu 50 Prozent Spaß'. Bei dem Ausflug zum Moviepark, der bald ansteht, ist 100 Prozent Spaß zu erwarten.
Der Spaß ist es auch, der die Jugendwartin bei der Feuerwehr hält: 'Das Lernen ist anders als bei den Aktiven. Es ist ein viel humorvolleres Unterrichten'. Bei der Feuerwehr ist sie seit 2006, seit 2011 ist sie für den Nachwuchs zuständig und kümmert sich regelmäßig um die 22 Mitglieder. Und das mit Erfolg. 'Wir haben viel Spaß', erzählt der zwölfjährige Oke Faß. Seit einem Jahr ist er dabei. Die Spiele findet er thematisch am besten. Die gleichaltrige Melanie Eilers, die bald die Jugendflamme 1 macht, stimmt ihm da vollkommen zu. Beide haben fest vor, später in die Freiwillige Feuerwehr zu wechseln.
Den kompletten Bericht lest Ihr am Freitag in der gedruckten Ausgabe.
