Leerhafe - Bei Leerhafe könnte möglicherweise ein Reservoir an Wärmeenergie im Untergrund schlummern. Das Niedersächsische Umweltministerium will dort zwei Probebohrungen vornehmen, die bis in 120 Meter Tiefe reichen.
Der Geologische Dienst im Landesbergamt kommt in Abstimmung mit dem Landkreis Wittmund zu dem Prüfergebnis, dass am Standort in Leerhafe eine Gesteinsformation zu erwarten und das Vorhaben zugelassen werden könnte.
Geothermie bezeichnet die in der Erdkruste gespeicherte Wärmeenergie als auch die ingenieurtechnische Nutzung. Geothermie kann zum Heizen, Kühlen und zur Stromerzeugung eingesetzt werden. Als oberflächennahe Geothermie gilt die Nutzung der Erdwärme aus bis zu 400 Meter Tiefe.
Wegen dieser Probebohrungen musste auch das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) eingeschaltet werden. Weil es in Deutschland immer noch kein Endlager für Atommüll gibt, wollen Bund und Länder bis zum Jahr 2031 einen geeigneten Standort festlegen. Seit dem vergangenen Jahr läuft dafür ein bundesweites Auswahlverfahren, wobei zunächst die Daten von potenziellen Standorten ausgewertet werden. In der Liste dafür tauchen aus dem Landkreis Wittmund mögliche Standorte auf, unter anderem das Kavernenfeld Etzel und Buttforde. Bei Etzel gibt es bekanntlich die mächtigen Salzstöcke, beim Vorkommen in Buttforde handelt es sich um Tongestein.
Bei allen Bohrungen für mögliche Nutzungen, die tief ins Erdreich dringen, muss das BASE eingeschaltet werden und sein Einvernehmen herstellen. Denn sollte eine Gesteinsformation auch für die nukleare Endlagerung geeignet sein, werde solche möglichen Endlagerstandorte vor anderer Nutzung gesichert. Im Juni will das Bundesamt einen ersten Zwischenbericht zum Erkundungsverfahren vorlegen.
Für Leerhafe bedeutet das „Ja“ zu den Probebohrungen für Geothermie also, dass hier im Umkehrschluss ein Endlager für Atommüll nicht in Betracht kommt, zumal hier auch „keine Salzgesteine zu erwarten seien“, so das BASE.
