Wittmund - Der Flugplatz des Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ ist zurzeit die größte Baustelle in der Region: 20 bis 30 Unternehmer bauen den Standort in Wittmundhafen zu Deutschlands modernstem Militärflughafen um. Nach Jahren mehr oder weniger geduldigen Wartens und zwischenzeitlichem Bangen um den Bestand des Geschwaders erkennt man jetzt große Baufortschritte.

Etwa 350 Millionen Euro investiert der Bund hier – an zwölf Stellen wird zurzeit parallel gebaut. Am Dienstag verschafften sich Wittmunds Landrat Holger Heymann und Bürgermeister Rolf Claußen einen Überblick. Kommodore Kai Ohlemacher und Infrastruktur-Offizier Frank Hiob führten die Besucher zunächst zum neuen IT-Gebäude, „dem Herzstück“ des runderneuerten Flugplatzes, wie der Kommodore sagt. Von hier aus werden künftig die Fäden gezogen, alles werde zugeschnitten auf den Eurofighter, einem „fliegenden Computer“.

Im IT-Gebäude ist der Raum für einen Server allein schon so groß wie eine kleine Halle. Heymann und Claußen zeigten sich beeindruckt – auch von den anderen Baustellen, die Hiob und Ohlemacher mit einem Kleinbus auf dem 28-Hektar-Areal ansteuerten.

Der Umbau war dringend notwendig geworden. Neben modernen Aufenthaltsräumen soll der Flugplatz komplett digitalisiert werden. Dafür wird die gesamte technische Infrastruktur saniert; auch die 20 Shelter (Unterstände für die Kampfflieger) werden komplett erneuert. Die neue Start- und Landebahn bildet dann den Abschluss. Ohlemacher ist zufrieden mit dem Baufortschritt: „Man sieht jetzt, was hier entsteht. Es geht endlich voran – und das freut mich für den Standort.“ Er sowie Claußen und Heymann führen den Ausbau des Standortes auch auf das gute „Miteinander“ zurück, auf den Rückhalt in der Bevölkerung und die Rückendeckung durch die Politik. Nicht zu unterschätzen sei die Wertschöpfung für die Region: Etwa 80 Prozent der Arbeiten werden durch heimische Unternehmen erledigt. Sie haben noch reichlich zu tun – bis 2032 soll alles fertig sein.