WITTMUND/AURICH - Einige müssen sich erst noch an die 'neue Freiheit' gewöhnen: Die Raiffeisen-Volksbank (RVB) hat nach einer zweimonatigen Testphase ihre Kleiderordnung endgültig gelockert. Unter anderem fällt die 'Krawattenpflicht' weg.

Für Joachim Hobbie, RVB-Regionaldirektor in Wittmund, ist es jetzt nach mehr als 38 Jahren das erste Mal, dass er ohne Krawatte zur Arbeit gehen kann. Man sieht es mittlerweile auch vermehrt im Fernsehen, beispielsweise bei Managern, Nachrichtensprechern oder renommierten DAX-Unternehmen, dass eine Krawatte nicht unbedingt mehr zur Kleiderordnung zählt, erklärte Hobbie im Rahmen eines Pressegesprächs, zu dem die Bank nach Aurich eingeladen hatte.

In den Monaten Januar und Februar hatten Mitarbeiter in den Kundenzentren Aurich, Holtrop, Großefehn und Wiesmoor sowie in den Filialen in Wallinghausen und Schirum bewusst den Dresscode gelockert, um Erfahrungen zu sammeln und Kunden- und Mitarbeiterreaktionen zu erfragen.

RVB-Vorstandsvorsitzender Johann Kramer zog ein positives Resümee. Die Bank habe jetzt aber nicht verboten, eine Krawatte zu tragen. Das sei nach wie vor erlaubt und müsse jeder Mitarbeiter für sich selbst entscheiden.

Die Kundenreaktionen seien in der Testphase unterschiedlich gewesen, so Kramer. Regionaldirektorin Daniela Jungenkrüger sagte, dass viele Kunden betont haben, dass ihnen die Kompetenz des Beraters, und nicht das Tragen einer Krawatte wichtig ist.

Zur neuen Kleiderordnung ben gehört auch, dass Frauen und Männer dunkle Jeans tragen dürfen. 'Es muss seriös wirken', so Kramer. Man wolle sich nicht von den Kunden abheben, sondern auf Augenhöhe mit ihnen sein.

Die neue Kleiderordnung wurde bei der RVB schriftlich fixiert. Sie wurde aber nicht für Jahre festgeschrieben, sondern 'soll leben', so Kramer, um sie gegebenenfalls jederzeit anpassen zu können.