Wittmund - Die Fraktion der Grünen im Stadtrat Wittmund wirbt bei allen Fraktionen um Unterstützung für den Beitritt zum Biosphärenreservat.
In den vergangenen Wochen seien viele und intensive Gespräche rund um den möglichen Beitritt zum Biosphärenreservat des Niedersächsischen Wattenmeers geführt worden. Wichtige gesetzliche Anpassungen seien mit dem Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“ getroffen worden, um auch den Bedenken der Landwirtschaft entgegenzukommen. „So wurde dort definitiv festgehalten, dass die neu zum Nationalpark dazu kommenden kommunalen Gebiete der Entwicklungszone nicht den Beschränkungen nach dem Nationalparkgesetz unterliegen“, heißt es in der Pressemitteilung der Grünen.
Weiter sei eindeutig geklärt worden, dass der Beitritt einer Kommune künftig jederzeit wieder rückgängig gemacht werden könne. Kommunen könnten die Entwicklungszone jederzeit verlassen und erlitten auch keine Einschränkungen ihrer autonomen Beschlussfähigkeit. „Diese Klarstellung ist für alle Beteiligten – nicht nur für Landwirte – wichtig. Sollte sich die bundes- oder europaweite Gesetzgebung irgendwann ändern, müssen Mitglieder der Biosphäre also nicht befürchten, Maßnahmen verpflichtend übernehmen zu müssen“, so die Grünen.
Kenntnisse einsetzen gegen Klimawandel
Vor diesem Hintergrund möchten die Grünen-Ratsherren Hans Hajo Janßen und Fraktionsvorsitzende Christiane Lux-Hartig nunmehr alle Ratsmitglieder ermutigen, den „Blick auf die Chancen eines Beitritts unserer Stadt zum Biosphärenreservat zu lenken“ und für einen Beitritt zu stimmen. „Und ausdrücklich wünschen wir uns, dass auch die bisher kritischen Menschen in der Landwirtschaft mit an Bord kommen und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in den zukünftigen spannenden Prozess mit einbringen“, so die beiden Grünen.
Biosphärenreservate dienten neben dem Naturschutz auch der Forschung und der Beobachtung von Natur und Landschaft sowie der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Weiter sollten in der Entwicklungszone Lösungsansätze für nachhaltige Entwicklungsziele erprobt werden.
Eine solche Entwicklung werde dringend gebraucht. „Man denke nur an die kürzlich veröffentlichte Zwischenbilanz der Arktis-Expedition des Forschungsschiffes ,Polarstern’. Die Wissenschaftler appellieren darin an die Politik, dass schnelleres Handeln vonnöten ist, da sich das Klima viel schneller verändert als bisher angenommen“, schreiben die Grünen.
„Viele gute Ansätze in der Region“
Auch prophezeiten Experten aus 25 Bundesbehörden und -institutionen, dass aufgrund der Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 mit größeren Schäden in den Kreisläufen der Natur zu rechnen sei als erwartet. Davon würden die Infrastruktur, das Wirtschaftssystem und auch die Landwirtschaft in „heute noch unvorstellbarem Ausmaß negativ beeinflusst sein. Es ist also höchste Zeit zum Handeln“.
Janßen und Lux-Hartig: „Wir wünschen uns, dass auch die Menschen in der Stadt Wittmund durch den Beitritt und die Mitarbeit im Biosphärenreservat dabei mithelfen, zum Beispiel regionale nachhaltige Wirtschaftsketten aufzubauen und den Einsatz regenerativer Energien zu optimieren und damit helfen, unseren menschlichen Lebensraum – im Lichte des Klimawandels – zu erhalten. Viele gute Ansätze sind in unserer Region schon vorhanden.“
