Wittmund - Es wird geimpft, was geht. In den Arztpraxen der Allgemeinmediziner stehen die Telefone nicht mehr still – auch im Landkreis Wittmund. Die Menschen wollen sich boostern lassen. Es klappt nicht immer, zeitnah einen Termin zu erhalten, denn es kommt nicht genügend Impfstoff an.

Um hier zu unterstützen, hat nun am Wochenende die Radiologische Praxis von Dr. Gerold Hecht, Dr. Moritz Knaup und Dr. Christof Lahr in Wittmund Sonderimpftermine angeboten – und die waren innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. „Auch wir haben Biontech bestellt. Angekommen ist der Impfstoff aber nicht. So werden wir heute nur mit Moderna boostern können“, sagt der Radiologe Dr. Gerold Hecht am Sonnabendmorgen, bevor die Türen der Praxis für die Impfwilligen geöffnet werden. Punkt 10 Uhr geht es los – und läuft fortan wie am Schnürchen. Das gesamte Team ist eingespielt und sie alle – Ärzte und Arzthelferinnen sowie Mitarbeiter aus dem Mammografiebüro – opfern ihr Wochenende, um das Boostern im Landkreis Wittmund voranzubringen.

280 Dosen Moderna stehen zur Verfügung. „Wir haben uns gemeinschaftlich überlegt, dass wir gerne unterstützen möchten mit unserer Aktion“, sagt Gerold Hecht. Schnell war die Entscheidung gefallen und der Impfstoff bestellt. Auch mit der Online-Terminbuchung gab es keine Problem – die Praxis setzte hier auf die App Timeacle. „Ich habe mich schlau gemacht und fand diese Angebot sehr gut. Das kostet nicht viel und läuft“, erklärt der Radiologe. Dass die Menschen über den Landkreis Wittmund online keine Termine buchen können und stattdessen stundenlang in Warteschlangen verharren, weil die Verwaltung keine entsprechende Software zur Verfügung hat, kann er daher nicht verstehen.

Allerdings mussten sich auch die Arzthelferinnen in der Praxis am Telefon einiges anhören, seitdem der Sonderimpftermin bekannt war. Einige Bürger verstanden nicht, dass die Buchung ausschließlich über das Portal funktionierte und beschimpften die Mitarbeiter.

Dr. Gerold Hecht und seine Kollegen schließen nicht aus, eine solche Aktion im Januar noch einmal anzubieten.

Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales