WITTMUND - 'Im Ernstfall können wir nicht warten, bis das Sondereinsatzkommando kommt', erklärt Harald Tammen. Er ist einer von vier Trainern der Bundespolizei, die am Donnerstag zehn Polizeibeamte aus Niederachsen und den Niederlanden, die ihren Dienst an der Grenze versehen, darauf schulten, wie sie sich bei einem Terroranschlag zu verhalten haben. Ideales Gelände für die realitätsnahen Szenen waren die alten Truppenunterkünfte beim Taktischen Luftwaffengeschwader 71 'Richthofen' an der Isumser Straße.
'Der Terror ist überall, die Situation kommt zu dir', sagt Trainer Uwe Sangen. An drei Tagen wurden die Männer geschult. Dabei erfuhren die Beamten viel über Waffenkunde, aber auch, wie sie sich im Gelände an einen Tatort annähern und Gebäude sichern. 'Wichtig ist, dass die Kollegen diese Übungen immer wieder wiederholen', so Tammen. Nur so könne man ihnen die Angst vor dem Einsatz nehmen und die Vorgehensweise intensiv vermitteln. 'Im Notfall wird das Gelernte dann schneller abgerufen', ergänzt Sangen.
Für die Übungsteilnehmer war es am Donnerstag eine Ausnahmesituation. So wurde angenommen, dass zwei Islamisten in ein Verwaltungsgebäude in Weener eingedrungen sind und dort Zivilsten erschießen. Für die Übung kamen auch Nachbauten der originalen Polizeiwaffen, der P 30, zum Einsatz. Nach den praktischen Übungen wurden die Abläufe immer wieder mit den Polizisten besprochen.
