WITTMUND - Sorgfältig wird Marmeladenglas auf Marmeladenglas gestapelt, die Körbe mit Kartoffeln gefüllt, Blumensträuße aufgestellt – kurz vor zehn Uhr wird der Wittmunder Pudding am vergangenen Sonnabend von vielen aktiven Menschen, die sich mit der hiesigen Landwirtschaft verbunden fühlen, zum Füllhorn der Ernte geschmückt. Auf der Bühne in der Norder Straße begrüßen Kreislandvolksvorsitzender Manfred Tannen, Kreislandvolkvorsitzende Hermanda Harms, Bürgermeister Rolf Claußen und Heinz-Hermann Hertz-Kleptow, Geschäftsführer des Landvolks, die zahlreichen Besucher, die sich der Landwirtschaft verbunden fühlen mit kritischen Worten zu einer Zeit, in der vielen Menschen der Bezug zu heimischen Lebensmitteln verloren gegangen ist. Auch die Landwirtschaftspolitik bekommt ihr Fett weg. Gleichzeitig wird den Erntefestgästen mit auf den Weg gegeben, dass Landwirte mehr in den Dialog mit dem Verbraucher kommen wollen.

Auf dem Erntefest gibt es dazu genug Gelegenheit. Beim Landvolk und der Landwirtschaftskammer geht es um die Kartoffel, am Rande der Stände ergeben sich immer wieder Gespräche mit Landwirten über ihre Tiere oder ihre Produkte. Im Schweinemobil schlafen die Ferkel und Bürger informieren sich über moderne Tierhaltung. Die Jungzüchter Wittmunds demonstrieren, wie man Rinder schert und für Kinder, die bei diesem Erntefest bei sehr vielen Aktionen mitmachen können, gibt es allerlei Streicheltiere. Im Pudding findet der Besucher eine Vielzahl von Ständen mit selbst gemachter Marmelade, mit Honig und mit alten und neuen Apfelsorten. Aber auch die gute alte Zeit ist mit einer Dreschmaschine aus Stedesdorf von 1957 vertreten. Ein paar Landwirte im Ruhestand dreschen hier mit viel Lärm einen ganzen Anhänger Hafergarben und erzählen amüsante Geschichten von alten Lanz Bulldogs oder Schlütern.

Auf der Bühne in der Norderstraße erhalten Dennis, Felix und Julian für ihre am schönsten geschmückten Erntefahrzeuge Preise und hier spielt sich auch den ganzen Tag über ein Musik- und Tanzprogramm ab. Nach dem 12-Uhr-Geläute hält Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr ein sehr fröhliches Mittagsgebet: 'Erntezeit ist Einmachzeit', meint er, nicht nur für die Ernte aus dem Garten, sondern für die der Erinnerungen aus dem Leben. Nachmittags stimmt eine politische Podiumsdiskussion auf die gestrige Wahl ein.