WITTMUND/CAROLINENSIEL - Auf der CDU-Veranstaltung zum Thema Harle-Renaturierung wurden zahlreiche Mitglieder des Stadtverbandes durch die Vorsitzende Birgit Becker begrüßt, darunter auch MdB Hans-Werner Kammer und der Kreisvorsitzende Dirk Gronewold.

Obersielrichter Ulfert R. Janssen hielt einen spannenden Vortrag über die Aufgaben der Sielacht. Schwerpunkt des Referates war die Renaturierung der Harle. Die Harle sei das wichtigste Gewässer im Stadtgebiet und habe für die weitere Entwicklung der Kommune eine große Bedeutung. In den letzten Jahren habe die Sielacht Wittmund etwa alle zwei Kilometer Nebenarme und Flachwasserzonen geschaffen, um das Umweltziel der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien zu erreichen, so Janssen. Die Harle sei mit 23 Kilometern sogar der längste Fluss Ostfrieslands und der müsse gepflegt werden, machte der Obersielrichter deutlich. Dies solle mit der weiteren Renaturierung in Angriff genommen werden. Hierzu plant die Siel-acht, 154 000 Kubikmeter Faulschlamm per Saugbagger aus dem Flussbett zu entnehmen. Die Uferböschungen sollen abgeflacht werden, damit sich wieder Uferschilf bilden kann und um so Abbrüchen an den Uferböschungen entgegen zu wirken. Für das Projekt 'Harle-Renaturierung' hat die Sielacht Wittmund um Ulfert R. Janssen verschiedene Auszeichnungen von Umwelt- und Naturschutzorganisationen bekommen. Auch der geplante Hochwasserrückhaltepolder bei Mosewarfen mit einer Größe von 20 Hektar und einem Stauwasservolumen von 500 000 Kubikmetern wird für den Hochwasserschutz und Starkniederschlägen eine Hauptrolle spielen.

Nach dem Vortrag gab der Obersielrichter noch Auskunft über die Deiche und den Küstenschutz. Maßnahmen wie die Neugestaltung des Hafenbereiches West und Ost in Harlesiel waren große Projekte. 'Durch den weltweiten Anstieg der Meere um 20 Zentimeter in den letzten 100 Jahren und prognostiziertem weiteren Anstieg um 60 Zentimeter in den kommenden 100 Jahren, muss die Deichlinie zum Schutz des Hinterlandes erhöht werden', so Janssen. Die Deichacht Esens-Harlesiel möchte den Deich wie in Elisabethgroden bereits fertiggestellt, östlich des Schöpfwerks um 2,10 Meter erhöhen. Zu diesem Zweck hat die Sielacht das Gebäude, in dem sich die Gaststätte 'Up’n Diek' befand, der Deichacht zum Abriss verkauft.