WITTMUND - 'Ruhe haben wir momentan nicht, aber das passt schon', sagt Josef Schermann mit einem Lächeln. Der Bauleiter der Firma ELA Container aus Haren an der Ems ist dafür zuständig, dass die Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule auch in den kommenden Jahren während des Unterrichts ein Dach über dem Kopf haben. Aus 162 Containern sollen schlussendlich 36 Klassenräume entstehen. 'Für ein solches Projekt benötigen wir normalerweise mindestens drei Wochen', erzählt Schermann. In Sachen KGS blieben ihnen aber nur 14 Tage – Stichtag ist der kommende Montag.

Bis zum Schulbeginn könne man keinesfalls fertig werden. Denn dann würde erst die Ausstattung für die Klassenzimmer angeliefert. Bis vor kurzem war noch unklar, ob überhaupt genügend Stühle, Tische und Tafeln zur Verfügung stünden. 'Auch der Betrieb, der dafür zuständig ist, hatte Ferien', berichtet der Bauleiter.

Die Lehrer der KGS und die ELA-Mitarbeiter haben hingegen weitgehend auf ihren Urlaub verzichtet. Vier Wochen habe die ganze Organisation in Anspruch genommen, so Claudia Rieken, stellvertretende Rektorin, 'das war ein Full-Time-Job.' Das Krisen-Management habe zunächst einige sehr emotionale Facetten gehabt. Auch private Sachen seien den Flammen zum Opfer gefallen. 'An meiner Pinnwand hing das Foto eines im Januar verstorbenen Kollegen', erzählt Rieken, 'das bekomme ich nicht wieder.'

Ansonsten blickt sie dem Schulstart optimistisch entgegen. 'Das läuft', sagt sie kurz und knapp. Bis auf die Achtklässler, deren Ferien sich um zwei Tage verlängern, könne der Betrieb planmäßig aufgenommen werden (wir berichteten). Die Kooperation mit den beauftragten Firmen sei gut. So sieht es auch Josef Schermann: 'Die Arbeitsbedingungen stimmen.' Trotzdem stehen ihm und seinen Kollegen noch arbeitsintensive Tage bevor. Am Sonnabend sollen die letzten Handgriffe an der Containerschule getan werden. Bis dahin müssen alle Klassenräume mit einem Wasser- und Stromanschluss versehen werden. Teilweise ist das schon geschehen. Da habe die Firma Janssen gute Vorarbeit geleistet, lobt der Bauleiter. In einigen Trakten wird sogar schon gewischt. Hier fehlt nur noch das Interieur.

In zwei Jahren sollen die Container wieder vom Schulgelände weichen. Auch diesbezüglich wagt Schermann bereits einen Ausblick: 'Das schaffen wir genauso reibungslos', sagt er zuversichtlich und fährt umgehend mit dem Verlegen der letzten Fundament-Steine fort.