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Rückblick Deutscher Hausfrauenbund Wittmund hat sich aufgelöst

Wittmund - „Wir sind einfach alle älter geworden“, sagt Brigitte Fischer, die letzte Vorsitzende des Deutschen Hausfrauenbundes (DHB) Wittmund, wenn sie auf die letzten Jahrzehnte zurückblickt.

Fast 70 Jahre ist es her, dass der DHB in Wittmund ins Leben gerufen wurde. Mittlerweile haben sich die Frauen dazu entschlossen, den Ortsverband Wittmund aufzulösen – es fehlt an Nachwuchs.

Am 1. Februar 1952 kamen 16 Frauen im Jägerzimmer des ehemaligen Deutschen Hauses in Wittmund zusammen, um den Bund offiziell zu gründen. Insgesamt schlossen sich 30 Frauen im Gründungsjahr dem Bund an. „Zu der Zeit bin ich noch zur Schule gegangen“, erzählt Brigitte Fischer lachend, die erst mehr als zwei Jahrzehnte später dem DHB beitritt.

Die Anfangsjahr

In den Anfangsjahren war die hauswirtschaftliche Lehre für junge Mädchen ein wichtiger Punkt des DHB. Der Bund ermöglichten den jungen Frauen eine zweijährige Ausbildung, die sie als Hauswirtschaftsgehilfinnen abschlossen. Neben dieser Aufgabe unternahmen die Frauen aber auch etliche gemeinsame Fahrten. Der erste Ausflug führte die 21 Teilnehmerinnen zu den Libby-Werken nach Leer. Gerade einmal 4,57 DM kostete die Frauen dieser Ausflug. An ihre erste Fahrt mit dem DHB kann Brigitte Fischer sich noch sehr gut erinnern. „Ich war zu Hause mit meinen drei kleinen Jungs. Die konnte ich natürlich nicht einfach alleine lassen. Aber mein Mann hat sich dann extra Urlaub genommen, damit ich an der Fahrt teilnehmen kann“, erzählt sie.

Auch heute gibt der DHB immer noch Anregungen, wie die hauswirtschaftliche Ausbildung verstärkt in den Schulen einfließen kann.

Dennoch hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einiges verändert. So zahlten die Mitglieder im ersten Jahr gerade einmal 50 Pfennig Beitragsgebühr im Monat. Diese wurde bei den Versammlungen kassiert und handschriftlich im Beitragsheft notiert. Ab dem Jahr 2002 zahlten die Mitglieder dann 25 Euro im Jahr. „Wir haben die Gebühren aber immer gering gehalten. Für die Fahrten musste dann extra bezahlt werden“, berichtet Fischer.

Im Jahr 1954 übernahm Ilse Töllner den Vorsitz des Bundes und behielt das Amt bis 1979. Als sie das Amt abgab, wurde sie zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Zehn Jahre später wurde Brigitte Fischer dann zur Vorsitzenden gewählt. Insbesondere die Mitgliederzahl habe sich über die Jahre stark verändert.

Fehlender Nachwuchs

„Gestartet wurde damals mit 30 Frauen. 1982 hatten wir dann 169 Mitglieder. So viele waren es nie wieder. Aber auch in den letzten Jahren waren immer über 100 Frauen Mitglied“, berichtet Fischer. Doch mittlerweile wurde es immer schwerer, neue und vor allem jüngere Mitglieder zu gewinnen. „Heutzutage arbeiten die meisten jungen Frauen. Sie haben neben der Familie dann nicht mehr so viel Zeit, im Hausfrauenbund aktiv zu sein“, sagt Fischer. Das habe man auch bei den letzten Veranstaltungen deutlich gemerkt.

Als sie das Amt der Vorsitzenden nach fast 30 Jahren abgeben wollte, erklärte sich keine Frau dazu bereit, das Amt zu übernehmen. „Irgendwann mussten wir auch unsere Auslandsreisen einstellen, weil es altersbedingt nicht mehr möglich war. Also sind wir im Oktober 2018 zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen gekommen und haben entschieden, den Bund aufzulösen, weil sich niemand gefunden hat, der den Vorsitz übernehmen möchte“, erzählt Fischer. Die Frauen waren sich schnell einig, dass das Geld, das der Bund über die Jahre angespart hat, an Wittmunder Vereine gespendet werden soll. Doch auch während der aktiven Zeit haben die Frauen des DHB Wittmund immer wieder lokale Vereine mit Spenden unterstützt.

„Alles im Leben hat seine Zeit“, sagt Fischer, deren Kinder in Nordrhein-Westfalen leben. Sie möchte sich zukünftig mehr Zeit für ihre Kinder und ihre Enkel nehmen. Dennoch wird sie die Gemeinschaft und den Zusammenhalt, der sich in den vergangenen Jahrzehnten zwischen den Frauen gebildet hat, vermissen.

Kim-Christin Hibbeler
Kim-Christin Hibbeler Redaktion Wittmund
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