Wittmund - Diese Rechnung könnte aufgehen: Der Hausbesitzer lässt sich eine Photovoltaikanlage (PV) auf dem Dach installieren, bekommt außerdem eine Ladestation für sein (zukünftiges) Elektroauto, das er dann teilweise mit Sonnenergie direkt zu Hause auftanken kann. Eine Utopie ? Nein, eine Innovation, die im Landkreis bald umgesetzt werden könnte. Die Energiegenossenschaft Wittmund (EG) bietet ein solches Pachtmodell ab sofort an.
Ob die Sache funktioniert, testet die EG bald an einem eigenen Gebäude. Im Baugebiet an der Esenser Straße (gegenüber Peldemühle) lässt das Energieunternehmen derzeit ein Mehrfamilienhaus errichten, das im Herbst bezugsfertig sein soll. Dieses Haus soll ebenfalls mit der neuesten PV-Technologie ausgestattet werden. Geheizt werden soll es mit einer Wärmepumpenanlage, die natürliche Wärme (Sonne oder Erdwärme mit nutzt). Und bei dem Gebäude sollen zwei Wallboxen installiert werden, das sind Ladestationen für E-Fahrzeuge. Dieses Modell können auch Privatleute und Unternehmen bereits übernehmen. Ein Techniker der EG schaut dann zunächst, welche Lösung sinnvoll wäre.
Klimaziele umsetzen beginnt im Kleinen
Insgesamt nimmt die EG für ihren eigenen Hausbau rund zwei Millionen Euro in die Hand. Für ein Vorhaben, bei dem die Lieferung von Strom/Gas – das eigentliche Geschäft der EG – auf ein Minimum reduziert wird. „Wenn man so will, schneiden wir uns ins eigene Fleisch. Aber wir verstehen uns nicht nur als Wirtschaftsunternehmen, sondern wollen auch mithelfen, die Klimaziele zu erreichen“, sagt EG-Vorstandsvorsitzende Helga Schüler. Ihr Vorstandsmitglied Frank Fastenau ergänzt: „Wir wollen der Region auch etwas zurückgeben – und dazu gehören für uns solche Innovationen.“
An dem Pachtmodell für Photovoltaik/Wallbox verdient die EG natürlich mit, etwa durch die Pachteinnahmen. Vor allem aber soll der Verbraucher ebenso profitieren. Ihm entstehen keine Investitionskosten. Die EG installiert die Photovoltaikanlage und die Wallbox. Sie kümmert sich anschließend für die gesamte Pachtzeit um die regelmäßige Wartung der Anlage. Der Kunde erhält überdies eine Vergütung, indem er den überschüssigen Solarstrom ins öffentliche Netz einspeist. Für den Bau von PV-Anlagen gibt es zudem staatliche Fördergelder, ebenso für die Wallbox (bis zu 900 Euro).
Hoffen auf gute Technologie bei E-Autos
Es ist erklärtes Ziel der Regierung, den CO
Für das PV-Pachtmodell hat die EG Unternehmen aus der Region mit ins Boot geholt; sie verbauen die modernste Technik. Das Angebot können übrigens nicht nur Kunden der Energiegenossenschaft in Anspruch nehmen. 50 Prozent der Energie, die man in seinem Haushalt verbraucht, sollen mindestens mit der PV-Anlage abgedeckt werden. Die modernen Anlagen haben eine Lebensdauer von etwa 30 bis 35 Jahren. Wer Interesse hat, sollte sich bei der EG melden:
