WITTMUND - Ab August will die Stadt Wittmund den gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für die Kleinsten erfüllen. Doch die Elternbeiträge für die neue Krippe, die derzeit im Baugebiet Jann-Berghaus-Straße errichtet wird, sind nicht unumstritten. Im Stadtrat kritisierten Sprecher von SPD und Grünen die Ansätze als viel zu hoch. Dennoch gab es eine Mehrheit von zwölf zu acht Stimmen für die neue Gebührenordnung.

Die Elternbeiträge für die neue Krippe liegen je nach Betreuungszeit zwischen 183 und 428 Euro (siehe Seite 1). Im Vergleich kostet ein Platz im Kindergarten zwischen 74 und 107 Euro; beim Kinderschutzbund Wittmund zwischen 80 und 140 Euro.

Als nun über die Gebühren abgestimmt werden sollte, zeigte sich, wie gespalten der Rat an dem Punkt ist. Die Diskussion begann mit einem Appell des CDU-Fraktionsvorsitzenden Dirk Gronewold: 'Wir haben mit großer Mehrheit für die Krippe gestimmt. Wir wollten großzügige Betreuungszeiten. Dafür wiederum brauchen wir mehr Personal.' Das alles müsse nun aber auch bezahlt werden. Sein SPD-Pendant Jens Multhaupt würdigte zwar das zügige Vorgehen der Stadt, aber: 'Der Elternbeitrag ist uns zu hoch.' Dies meinte auch Ingrid Ahrens von den Grünen. 'Kindergärten und Kinderschutzbund sind viel günstiger. Es gibt jetzt drei verschiedene Gebührenordnungen in den Stadt. Es könnte zu einem Wettlauf um die günstigen Plätze kommen. Ich hoffe nur nicht, dass die Eltern das Betreuungsgeld nehmen werden und ihre Kinder nicht mehr anmelden.' Sie habe Signale aus Hannover vernommen, wonach die Kommunen mehr Geld für die Betreuung bekommen sollen.

Daran mochte Bürgermeister Rolf Claußen aber nicht so recht glauben. 'Diese Signale habe ich noch nicht vernommen.' Die Stadt brauche schon jetzt verlässliche Zahlen. Auch mit den Elternbeiträgen bleibe ein jährlicher Zuschussbedarf von 177 000 Euro für die Krippe bei der Stadt.