WITTMUND/ESENS/WILHELMSHAVEN - Auf den Nordwestbahn-Strecken zwischen Wilhelmshaven und Esens (RB 59) ist es in den vergangenen Tagen zu massiven Zugausfällen gekommen, die das Unternehmen auf seiner Internetseite ankündigte und 'betriebliche Gründe' anführte. Ebenso entfielen Verbindungen auf der Strecke zwischen Wilhelmshaven und Oldenburg (RE 18). Ein Schienenersatzverkehr war in den meisten Fällen eingerichtet.
Die Situation bringt Hans-Joachim Zschiesche, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn Ems-Jade, in Rage. 'Bereits am Freitagmorgen hat es erheblichen Unmut bei den Pendlern entlang der RE 18 gegeben, denn gleich mehrere Pendlerzüge sind ausgefallen', schreibt Zschiesche in einer Pressemitteilung und beklagt im Weiteren die Ausfälle auf der RB 59: 'Der planmäßige Betrieb kommt fast zum Erliegen.' Von Wilhelmshaven nach Esens (RB 59) entfielen am Freitag die Züge um 11 Uhr, 13 Uhr, 14 Uhr, 15 Uhr, 17 Uhr, 20 Uhr und 22 Uhr sowie in umgekehrter Richtung um 12.02 Uhr, 14.02 Uhr, 15.02 Uhr, 16.02 Uhr, 18.02 Uhr und 21.02 Uhr. Ein Schienenersatzverkehr war in allen Fällen eingerichtet.
Zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven (RE 18) fiel der Zug um 5.36 Uhr aus, von Wilhelmshaven nach Oldenburg um 7.10 Uhr. Zudem gab es einen Teilausfall bei der Verbindung Wilhelmshaven-Osnabrück um 6.40 Uhr – da fuhr der Zug bis Oldenburg nicht. Im Gegensatz zu den anderen beiden Verbindungen konnte hier kein Schienenersatzverkehr angeboten werden.
Hans-Joachim Zschiesche stellte erzürnt fest: 'Was hier wieder auf der RB 59 abgeht, hat mit Fachkräftemangel nichts mehr zu tun, sondern gleicht einer Bankrotterklärung eines Verkehrsunternehmens.' Die Politik rede gerne von einer Verkehrswende. 'Was wir in unserer Region erleben, ist eine massive Abwanderung der Fahrgäste von der Schiene in das Auto. Wir brauchen uns über Verbesserungen eigentlich keine Gedanken mehr machen, da wir bei Fertigstellung der Infrastruktur keine Fahrgäste mehr haben werden.'
Der Pro-Bahn-Vorsitzende hat resigniert: 'Wir persönlich haben den Glauben an eine Verbesserung der Betriebssituation spätestens nach dem heutigen Tag aufgegeben und werden auch wohl keine Nachrichten wie heute mehr weitergeben. Es hat einfach keinen Sinn. Es reicht, den geballten Frust der Fahrgäste auf den Bahnhöfen fast jeden Tag mitzuerleben', so Hans-Joachim Zschiesche.
