Wittmund - Ist der Gelbe Sack im Landkreis Wittmund reif für die Tonne? Die Bürger zumindest sollen künftig selbst entscheiden können, ob sie Verpackungsmaterial und ähnlichen Müll im Gelben Sack oder in einer Gelben Tonne entsorgen möchten. Das ist politischer Wille. Um sich ein Meinungsbild einzuholen, befragt das Abfallamt des Landkreises die Bürger jetzt im Internet zu dem Thema.
Im Dezember vergangenen Jahres hat der Kreistag im neuen Abfallwirtschaftskonzept festgeklopft, dass die Bürger auf dem Festland künftig die Wahl haben sollen zwischen Gelber Tonne und Gelbem Sack. Um nun festzustellen, was die Bürger wollen, können sie sich 14 Tage lang an der Online-Umfrage beteiligen. Mit dem Ergebnis dieser Umfrage will der Landkreis dann in die Verhandlungen mit dem Dualen System Deutschland treten, die für die Entsorgung solchen Abfalls zuständig ist. Das Meinungsbild in der Bevölkerung ist wichtig, denn die Verantwortlichen des Dualen Systems weigern sich bisher, das Wittmunder Konzept umzusetzen. Man müsse sich für eine Option entscheiden – Sack oder Tonne. Das Optionsmodell verursache zu hohe Kosten und zu viel Verwaltungsaufwand. Gegen den Beschluss des Landkreises klagt das Duale System nun vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg.
In einigen touristisch geprägten Küstenorten im Landkreis gibt es schon die Wahl zwischen Sack und Tonne. „Im gesamten Kreisgebiet spielt der Tourismus eine starke Rolle, darum spricht nach unserer Ansicht nichts dagegen, dieses Modell auszuweiten“, meint Amtsleiter Werner Hillje. Deshalb rechne man sich in dem Rechtsstreit gute Chancen aus, zumal auch andere Landkreise das Optionsmodell schon eingeführt haben und dies vom Dualen System anerkannt worden sei.
Online-Umfrage zum Mitmachen
Mit einer Online-Umfrage die ab Freitagmittag für 14 Tage freigeschaltet ist, will die Kreisbehörde zunächst ergründen, wie stark das Interesse bei den Einwohnern an einer Gelben Tonne ist. Das Gefäß soll mit einem 240-Liter-Volumen eingeführt werden; zusätzliche Kosten und Gebühren fallen für den Bürger nicht an. Gegebenenfalls können die Haushalte sogar eine weitere Tonne erhalten. Der Abfuhr-Intervall ist derselbe wie jetzt bei den Gelben Säcken. Wichtig: Die Wahlfreiheit gilt nur für das Festland; auf Spiekeroog und Langeoog bleibt es bei der Sackabfuhr.
Der Landkreis hofft auf eine rege Beteiligung bei der Umfrage. Landrat Holger Heymann: „Wir müssen einfach wissen, wie die Bürger in dieser Angelegenheit ticken, um die richtigen Verhandlungsergebnisse zu erzielen.“ Bei einer Probeabstimmung unter den Landkreis-Bediensteten gab es übrigens ein deutliches Votum: 80 Prozent wollen die Tonne.
Die Online-Befragung ist anonym. Sie ist nicht bindend, sondern soll nur die Meinung der Bürger abbilden. Selbstverständlich können auch Gewerbetreibende daran teilnehmen. Allerdings darf jeder Bürger nur einmal votieren, das wird kontrolliert. Umfrage unter:
Zur Online-Umfrage geht es hier
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