WITTMUND - 'Ein großer Bogen wird in diesem Kirchenkonzert gespannt', begrüßte Kantor Gerhard Schühle die Gäste. Es werde um Vergebung, Fürbitte, Preisung des Königs und das Lob Gottes gehen. Der 9. November als Datum berge viele geschichtliche Ereignisse. Der Abend sei zum Gedenken an die Reichspogromnacht, die sich in diesem Jahr zum 75. Mal jährt. Aber auch die Maueröffnung im Jahr 1989 fällt auf diesen Tag, der Aufbruch und Hoffnung zeige.
Das Konzert begann mit Johann Adolph Hasses Miserere in c-Moll, einer Vertonung des 51. Psalms. In diesem Psalm geht es um Buße. Johann Adolph Hasse war ein deutscher Komponist des Spätbarock. Seine geistliche Musik ist italienisch geprägt. Margret Hunter aus Bremen glänzte als Sopran. Die Altistin Anna-Dorothea Pahl aus Hamburg entschuldigte sich für ihre erkältete Stimme. Jan-Bernd Strauss aus Esens ließ seinen vollen Bass wunderschön erklingen. Dixit Dominus, eine Vertonung des Psalms 110, dem Königspsalm, schloss sich an. Melodische Klänge zwischen Chorsatz, Orchester und Soli wechselten. Die Sängerinnen und Sänger der Kantorei der Wittmunder Kirchengemeinde standen als harmonischer Chor den Solisten in nichts nach.
Es folgte das Doppelkonzert d-Moll von Johann Sebastian Bach. Das Orchester 'Corda sonora' aus Bremen spielte auf barocken Instrumenten: Violinen, Oboen und Hörner. Virtuos kamen in diesem Konzert die Violinen in Einklang.
Der Höhepunkt des Abends war 'Wachet auf, ruft uns die Stimme', eine der bekanntesten Kantaten Bachs. Grundgedanke des Textes ist die bildliche Gleichsetzung der Verbindung zwischen Jesus und der menschlichen Seele mit einer Hochzeit. Sopran, Bass, Chor und Orchester ergänzten sich auf wunderschöne Art und Weise, Kantor Schühle verband als Dirigent präzise. Leidenschaftlich und konzentriert sangen die Wittmunder mit den Solisten im Wechsel.
Ein hervorragender musikalischer Abend und eine beachtliche Leistung erfreute die zahlreichen Zuhörer, die am Ende mit stehenden Ovationen ihre Begeisterung zum Ausdruck brachten.
