Wittmund - Jahrelang sei in der Erzeugung und Finanzierung alles so optimiert und industriell durchgetaktet, dass nur der Ausfall einer Komponente, in diesem Fall die Schlachthöfe, den gesamten Prozess der Schweinefleischproduktion zum Wanken bringen würden, reagieren die Grünen in einer Pressemitteilung auf eine Darstellung von Kreislandwirt Günther Lüken („Stau in den Ställen - die Existenzängste der Schweinehalter“).

„Hier zeigt sich die Anfälligkeit eines perfiden Systems: Das Tierwohl ist von Beginn an nicht in der Planung der sogenannten Fleischproduktion berücksichtigt. Die Optimierung von Masse und Gewinn steht im Gegensatz zu dem, was wir als Verbraucher für eine künftige, nachhaltige und krisensichere Landwirtschaft benötigen: die Reduzierung der Schweinemengen, mehr Platzangebote und eine tiergerechte Aufzucht. Das nutzt in der aktuellen Situation den Betroffenen natürlich nichts. Es muss schnell Hilfe seitens der Landesregierung her, um die Lage zum Wohl der Tiere und natürlich auch deren Halter in dieser Notsituation zu verbessern,“ so Anette Kraft, Kreisvorstandssprecherin der Grünen in Wittmund.

Danach dürfe aber nicht zum alten Status Quo zurückgekehrt werden, so die Forderung der Grünen. Vielmehr sollte die jetzige Krise als Chance gesehen werden, das System zugunsten der kleinen und mittleren Erzeugerbetriebe umzustellen, indem der eng getaktete Kreislauf in der Fleischproduktion durchbrochen wird. Zum Beispiel durch mehr regionale Schlacht- und Vermarktungsmöglichkeiten und die Möglichkeit einer schnelleren und unkomplizierten Umstellung auf eine nachhaltige Bio-Produktion, fordern die Grünen.