Wittmund - Im Landkreis Wittmund gibt es rund 50 Selbsthilfegruppen, die 2000 Menschen bei Problemen wie zum Beispiel Depressionen, Süchten und Ängsten unterstützen. Es gibt aber noch mehr Menschen, die Hilfe brauchen, und in Corona-Zeiten nimmt die Zahl der Hilfesuchenden durch die Extremsituation zu. Da die Treffen der Selbsthilfegruppen derzeit aber nicht stattfinden dürfen, ist der Austausch umso wichtiger.
Hier kommt die Selbsthilfekontaktstelle Wittmund/Wilhelmshaven ins Spiel. „Wir bieten künftig eine offene Beratung an“, sagt Leiterin Anke Wellnitz. Mit ihrem Team vermittelt Wellnitz den Kontakt zwischen Hilfesuchenden und Gruppen. Jetzt begleiten sie Menschen durch die Krise, und das sowohl telefonisch als auch während der Beratung vor Ort. Das ist möglich, denn laut neuester landesweiter Verordnung vom 8. Juni sind im Gegensatz zu den Treffen der Selbsthilfegruppen Besuche von Beratungsstellen erlaubt, heißt es seitens der Kontaktstelle. Ein passender Platz ist dafür auch schon gefunden: das Sniederhus.
Dort ist genügend Platz, um Abstand einzuhalten, sagt Geschäftsführer Heinz Buss. „Wir möchten vermeiden, dass Risikogruppen eine größere Gefahr eingehen, und wir wollen keine Einrichtungen in Bedrängnis bringen“, sagt Buss. In diesem Zusammenhang dankt er Stadt und Landkreis für ihre Unterstützung und die Räumlichkeiten. Während der Beratungen können auch die Notfalldosen für zwei Euro erworben werden. Die handlichen Plastikbehälter sind gefüllt mit einem Blatt, damit Notarzt und Rettungssanitäter auf einen Blick Vorerkrankungen, Medikamente und weitere Infos eines Menschen erfassen können. Die Dosen werden im Kühlschrank aufbewahrt. Ein Aufkleber am Haus signalisiert Rettungskräften, dass sie die wichtigen Informationen schnell finden.
Auch wenn die gewöhnliche Arbeit der Selbsthilfe weiterhin ruht, haben die Mitarbeiter der Kontaktstelle und die Leiter der Gruppen genug zu tun. „Die Arbeit ist eine andere“, sagt die pädagogische Mitarbeiterin Andrea Pohlenga. Sie würde deutlich mehr telefonieren und somit Einzelberatung anbieten, sagt sie. Und so finden sie neue Wege, um das Miteinander, von dem sie leben, auf andere Weise möglich zu machen. Die Begleitung kommt Menschen zugute, die krank und in Sorge sind oder als Angehörige dringend eine Schulter zum Anlehnen brauchen.
Die Servicestelle startet die Beratungen am 17. Juni, und dann immer mittwochs von 11 bis 13 Uhr im Sniederhus in Wittmund. Eine Anmeldung ist unter
