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Medizin Intensivstation des Wittmunder Krankenhauses immer gut belegt

Wittmund - Die Intensivstation ist bei weitem keine Station, auf die die Patienten kommen, um zu sterben. „Im Gegenteil: Hier tun wir alles, ziehen alle Register, um sie am Leben zu halten, um ihnen zu helfen“, sagt der leitende Oberarzt der Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin, Dr. Andreas Stehr. Nach wie vor haben die Menschen aber Angst, genau auf diese Station zu müssen. Und auch bei Verwandten liegen die Nerven schnell blank, wenn es heißt, dass ein Angehöriger auf Intensiv behandelt werden muss.

40 Ärzte und Pfleger kümmern sich

Acht Intensivbetten gibt es im Wittmunder Krankenhaus, dazu kommen noch die fünf von der Aufwachstation. „30 bis 40 Ärzte und Pfleger kümmern sich um die Patienten“, erklärt Johanna Janssen, die die Station seit vier Jahren leitet. Im November kommen noch drei Betten hinzu – die der Intermediate Care. Dort werden dann diejenigen behandelt, die nicht wirklich auf Intensiv müssten, bei denen aber die Indikation eine Überwachung vorschreibt, wie zum Beispiel nach einem Stromunfall. Sprich, die Patienten sind eigentlich stabil, sie zu beatmen ist nicht notwendig. Man muss aber damit rechnen, dass sich von einer Sekunde auf die andere der Zustand radikal – lebensbedrohlich – verschlechtert. Auf die Intensivstation kommen Menschen, die nicht eigenständig oder nur schlecht atmen können und deren Körperfunktionen eingeschränkt sind. Das kann in Folge einer Erkrankung sein oder eines Unfalles – aber auch nach großen operativen Eingriffen werden Menschen auf der Intensivstation überwacht und beatmet. Letzteres kann durch durch die nichtinvasive Beatmung, die Intubation oder einen Luftröhrenschnitt erfolgen, erklärt Dr. Stehr.

Station ist fast immer ausgebucht

„Es ist ganz unterschiedlich, wie lange die Frauen und Männer hier behandelt werden, einige bleiben nur zum Bed-&-Breakfast, soll heißen nur übernacht“, erklärt der Chefarzt Dr. Hagen Behnke, der hinzufügt: „Hier bleibt keiner länger als nötig.“ Denn die Wittmunder Intensivbetten sind fast immer – um im Hoteljargon zu bleiben – ausgebucht. Dann meldet sich die Klinik mit dieser Station auch bei der Leitstelle ab.

Nicht unerwähnt lassen möchte Dr. Behnke die gute Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen. So ist Dr. Patrick Bohling mit seinem Team vom Zentrum für Nieren- & Hochdruckerkrankungen in Wittmund ein stets verlässlicher Partner, wenn es um den Einsatz von Nierenersatzverfahren auf der Intensivstation geht.

Die Intensivstation im Wittmunder Krankenhaus hat übrigens nichts mehr mit der zu tun, wie sie früher mal war. Nach dem Umbau vor zwei Jahren gibt es hier jetzt vier Einzel- und zwei Doppelzimmer. Sie alle sind mit modernster Technik ausgestattet. Die Räume, auch der Flur mit dem Tresen, wirken hell und freundlich und sind alles andere als angsteinflößend. Einen großen Anteil an der Station haben natürlich die dort Tätigen – das war auch vor dem Umbau so. „Sie alle hier tragen eine hohe medizinische Verantwortung“, erklärt Andreas Stehr. Gerade die Krankenschwestern und Pfleger sind die Vermittler zwischen Patient und Arzt. Denn sie können etwaige gesundheitliche Veränderungen am besten einschätzen, weil sie ständig mit dem Patienten zu tun haben. Dabei haben sie alle aber auch stets für die Angehörigen ein offenes Ohr, die sich verständlicherweise Sorgen machen. „Man sollte sich innerhalb der Familie aber absprechen, wer hier anruft“, erklärt Johanna Janssen. „Wir nehmen uns immer Zeit, auch für die Gespräche mit den Familien“, unterstreicht der Oberarzt. Und es wird stets versucht, komplizierte medizinische Sachverhalte einfach zu schildern – aber ohne die Situationen zu beschönigen. „Man muss da schon behutsam sein. Wenn wir sagen, der Zustand des Patienten hat sich verbessert, heißt das nicht gleich, dass er am nächsten Tag auf die Normalstation verlegt werden kann“, sagt der 51-Jährige. Wer einen Patienten auf der Intensivstation besuchen möchte, muss klingeln und warten, bis er hereingelassen wird. Hände desinfizieren gehört natürlich vor dem Zutritt dazu.

Gearbeitet wird in drei Schichten. „Wir haben viele Kollegen, die schon jahrelang auf intensiv arbeiten und das trotz hoher Belastung, auch psychisch“, sagt die Stationsleiterin. Auch sie selbst ist schon seit 1989 in der Klinik auf Intensiv beschäftigt.

Das mobileReanimations-„Regal“

Auf der Intensivstation steht auch der sogenannten Rea-Wagen. Das mobile „Regal“ ist ausgestattet mit allem, um Menschen ins Leben zurückzuholen, sie im Notfall zu reanimieren. Denn auf Intensiv ist das Motto „Leben!“.

Und am Ende geht es dann in vielen Fällen auch um die medizinische Nachsorge, Anschlussheilbehandlung und Unterstützung bei der Vermittlung in stationäre Pflegeeinrichtungen. Für alle diese Fragen ist der Sozialdienst der Klinik zuständig. Und so berichtet Anja Konken-Priebe nächste Woche über ihre Arbeit.

Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales
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