WITTMUND/JEVER - Auf eine äußerst ungewöhnliche Art und Weise ließ Dr. Thomas Scholl aus Jever seine berufliche Laufbahn als Unfallchirurg ausklingen. Die letzten beiden Jahre als aktiver Mediziner verbrachte Scholl auf Deutschlands größtem Forschungsschiff, der 'Polarstern'. Als Schiffsarzt, der im Range eines Offiziers nur dem Kapitän unterstellt ist, heuerte Scholl im Dezember 2015 auf dem Eisbrecher an, seine Mission zu den beiden Polargebieten endete im November 2017.

Natürlich war Scholl nicht ununterbrochen an Bord: 'Die Crew wird nach etwa drei Monaten ausgetauscht, es gibt zwei unterschiedliche Besatzungen. Die Wissenschaftler sind sogar nur eine etwas kürzere Zeit auf dem Schiff', blickte Scholl im Rahmen eines Vortrags auf Einladung des Wittmunder Lions Clubs und des Rotary Clubs Wittmund-Esens am Mittwochabend im Vortragsraum der Wittmunder Sparkasse vor etwa 60 Gästen auf seine Zeit auf der 'Polarstern' zurück.

Bevor Scholl am 1. Dezember 2015 erstmals an Bord gehen durfte, musste er verschiedene Qualifikationen nachweisen. So nahm er vorher unter anderem an einem 'Basic Safety Training' teil. Des Weiteren wird von einem Schiffsarzt auf der 'Polarstern' erwartet, dass er über seine fachärztliche Qualifikation hinaus auch in ihm eher unbekannten medizinischen Bereichen aktiv werden kann. Schließlich gebe es an Bord der 'Polarstern' nur einen Mediziner. Dazu erklärte der 67-jährige Jeveraner, der mittlerweile nicht mehr praktiziert: 'Ich hätte unter anderem in der Chirurgie, der Innere Medizin, Anästhesie, Allgemeinmedizin und Zahnmedizin eingesetzt werden können', blickte Scholl zurück.