Wittmund - Nicht alle Eltern können verstehen, warum es in Wittmund keine Einschulungsfeiern am Sonnabend gebe wird. „Bereits vor den Ferien war klar, dass eine normale Einschulungsfeier wie in den vergangenen Jahren, in ganz Niedersachsen nicht stattfinden kann“, teilt Reinhard Rommel, Leiter der Finkenburg-Grundschule mit.
Alles was eine Feier eigentlich ausmache, wurde „Opfer“ der Hygienemaßnahmen infolge von Corona. Singen, Tanzen, persönliche Kontakte wurden verboten. Dazu kommt die Abstandsregelung. Diese Regel sorgt dafür, dass zum Beispiel die Gymnastikhalle in Willen selbst für eine „Feier“, an der nur die neuen Schüler mit ihren Eltern teilnehmen würden, zu klein ist, so Rommel. Die Einschulung müsste dann in Wittmund stattfinden. Damit wären in Wittmund sechs Gruppen (vier 1. Klassen undzwei Gruppen Schulkindergarten) einzuschulen. „Bei einer Zeitspanne von 1,15 Stunden pro Einschulung - Begrüßung und Ansprache, kurzer Film, Schnupperunterricht in den Klassen, Desinfektion, Sicherheitsspanne, um Begegnungsverkehr zu vermeiden – würde die gesamte Einschulung von 8 bis 15.30 Uhr dauern“, rechnet der Schulleiter vor.
„Wir haben an den Informationsabenden vor den Ferien bei den Eltern der neuen Erstklässler ein Stimmungsbild abfragen lassen, ob sie unter diesen Bedingungen eine Einschulungsfeier überhaupt wünschen. Die Mehrheit hat sich dagegen ausgesprochen“, sagt Rommel.
Die Finkenburgschule hat sich dementsprechend bereits vor den Ferien gegen eine Einschulungsfeier am Sonnabend ausgesprochen und dies auch den betroffenen Eltern mitgeteilt. Es wurde in Aussicht gestellt, eine kleine Feier in der ersten Schulwoche mit den Eltern durchzuführen. Das hat nun der Rahmen-Hygiene-Plan des Kultusministeriums durchkreuzt. Hier ist klar geregelt, dass Eltern das Schulgebäude nur in Ausnahmefällen betreten dürfen. „Feiern“ stellen dabei keine Ausnahme dar, teilt der Schulleiter mit.
„Es muss allen klar sein, dass wir als Schule uns nichts sehnlicher wünschen würden, als wieder unter normalen Bedingungen arbeiten zu können. Dazu zählt auch die Einschulungsfeier. In diesen Zeiten tragen aber auch gerade die Schulen eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass dort, wo Abstände nicht eingehalten werden können, auf Feiern jedweder Art im Zweifelsfall zu verzichten ist“, sagt Rommel.
Gleichwohl wird den neuen Schüler in der ersten Woche einen „warmen“, würdigen und stimmungsvollen Empfang bereitet.
