WITTMUND - 'Ich finde es schön, wie immer so kontrovers diskutiert wird, obwohl alle so dicht beieinander sind', sagte Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen auf der Ratssitzung am Dienstagabend. Grund für seine Aussage war eine lange Diskussion über den Antrag der Ratsgruppe Bündnis 90/Grünen, BFB und FDP.

Sie forderte die Gruppengrößen in den Kindergärten zu reduzieren. Im Antrag heißt es: 'Bei zurückgehenden Kinderzahlen beantragen wir eine Verkleinerung der Gruppengröße auf in der Regel 16 bis maximal 20 Kinder pro Regelgruppe (bisher 25) mit zwei Betreuungspersonen, wie es internationalen pädagogischen Standards entspricht.'

Bereits im Fachausschuss waren sich alle einig, dass man den demografischen Wandel berücksichtigen müsse. Die Entwicklung bei zurückgehenden Kinderzahlen könne man nutzen, um die Gruppengrößen zu reduzieren. Langfristiges Ziel solle dabei sein, Gruppen mit 20 Kindern zu bilden und das Betreuungsangebot quantitativ anzupassen. 'Die kleineren Gruppen sind eine große Chance gerade im Bezug auf die Förderung der Kinder', sagte Ingrid Ahrens von den Grünen. Sie betonte, dass vor allem auch Firmen und Familien gute Kinderbetreuung als Standortfaktor wählen. 'Wir sind in Wittmund leider weit hinten, was die Qualität der Betreuung angeht', so Ahrens. Im Antrag führte die Gruppe eine Statistik auf, nach der die Stadt in der Kategorie 'Vereinbarkeit von Familie und Beruf' von insgesamt 439 Kommunen gerade mal den Platz 424 belege und damit als stark unterdurchschnittlich eingeschätzt werde.

Alle Fraktionen waren sich darüber einig, dass man hier entgegenwirken müsse. 'Wir können den demografischen Faktor hier auch für uns nutzen', sagte Dirk Gronewold, Fraktionsvorsitzender der CDU. Allerdings, und darüber entbrannte die Meinungsverschiedenheit, müsse man Kleingruppen weiterhin zulassen, wenn es um den Erhalt des Kindergartens am Ort gehe. Das stieß bei dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Jens Multhaupt auf Gegenwehr. 'Wir wollen keine Kleingruppen mehr haben, darüber waren wir uns einig. Wenn man die Kinder vernünftig aufteilt, lässt sich das vermeiden', so Multhaupt.

Letztendes müsse die Politik immer den Elternwillen allen Entscheidungen voranstellen', sagte Rolf Claußen. Die Flexibilität einer Kleingruppe sollte erhalten bleiben, um eine mögliche Schließung eines Kindergartens entgegenwirken zu können. Am Ende stimmten die Ratsmitglieder mit Mehrheit der CDU (18 Ja-Stimmen, drei Enthaltungen und zehn Nein-Stimmen) zu.

Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales