WITTMUND - Jubel brach in der Geschäftsstelle des AWO-Kreisverbands in Wittmund aus, als der Bewilligungsbescheid der Aktion Mensch für das im Herbst letzten Jahres beantragte Kosovo-Projekt ins Haus flatterte. 'Ich habe mich sofort ans Telefon gehängt, und die zukünftigen Kooperationspartner im Kosovo informiert', berichtet Kreisvorsitzende Leonore Determann.
Auch der Schirmherr des Projekts, Landtagsabgeordneter Holger Heymann, wurde umgehend informiert – er sagte seine volle Unterstützung zu.
Bewilligt wurde das Projekt 'Kosovo – Mut machen zur Selbsthilfe – mit Musik, Sport und Spiel', das von Leonore Determann und von Integrationsberaterin Christiane Lux-Hartig konzipiert wurde. Das Projekt will im ländlichen Umland der Stadt Banja e Pejes – einem Kurort im Kosovo – eine Kooperation mit den Vereinen 'Banja' und 'Handykos' eingehen. Die Vereine sollen mit der örtlichen Schule und anderen Organisationen mit dem Ziel zusammenarbeiten, Jugendliche zwischen sechs und 14 Jahren mit kreativen Freizeitangeboten von der Straße zu holen, ihnen so eine sinnvolle Beschäftigung anzubieten und darüber positive Zukunftsstrategien zu entwickeln. Sie sollen mit musikalischen oder sportlichen Angeboten motiviert werden, ihre Situation in Selbsthilfe zu verbessern.
'Vom Staat wird bislang nicht viel unternommen, um gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit von zurzeit über 70 Prozent anzugehen. In Anbetracht dieser Situation kann mit dem Fördergeld von 48 000 Euro, was über einen Zeitraum von vier Jahren in das Jugendprojekt im Kosovo fließen wird, sicherlich viel erreicht werden', so Determann.
Zur Vorbereitung hatte es bereits ein kleines Starthilfe-Projekt gegeben. Anlässlich eines 14-tägigen Besuchs in Banja bei Pec konnten sich eine AWO-Mitarbeiterin, die Vorsitzende und ein aus dem Kosovo stammendes Vorstandsmitglied ein Bild von der Situation vor Ort machen. Die Delegation suchte neben anderen vor allem den Verein 'Banja', die Organisation 'Handykos', die Gesamtschule in Banja, und den Bürgermeister von Banja, Haki Rugova auf. Auch einen Gegenbesuch aus dem Kosovo hat es in Wittmund schon gegeben.
'Jetzt kann es endlich los gehen', freuen sich Determann und Lux-Hartig. Als erstes muss jetzt der Kooperationsvertrag aller Beteiligten unterschrieben werden. Viel Arbeit steht in den nächsten Wochen an.
