Wittmund - Der Landkreis Wittmund hat Bilanz gezogen: Im Impfzentrum in Esens haben 24 324 Menschen eine Erstimpfung und 22 000 Menschen auch eine zweite Dosis gegen das Coronavirus erhalten. „Viele Mitbürger sind mittlerweile geimpft. Das ist gut, darf uns aber nicht in falscher Hoffnung wiegen“, warnt Dr. Wolfram Nagel. Der Vorsitzende der Kreisärzteschaft Wittmund warnt vor einer vierten Welle.
„Circa fünf Prozent der Intensivbetten sind derzeit mit Coronakranken belegt. Das sind nunmehr auch viele junge Patienten und vor allem Nicht-Geimpfte“, schreibt Nagel. Und weiter: „Wenn wir nun die vierte Welle fürchten, dann vor allem um der Jüngeren und Ungeimpften willen. Wir sollten nicht nachlassen mit den Vorsichtsmaßnahmen, wohlwissend, dass auch Geimpfte das Virus bekommen und weitergeben können, aber deutlich weniger als Nicht-Geimpfte.“ Die Herausforderung bestehe darin, dass alle die Vorsichtsmaßnahmen weiter beachten und sich die Ungeimpften durch eine Impfung selbst schützen. Es bleibe dabei: Entweder bekomme man einen unschädlichen Teil des Virus in der Impfung oder das ganze Virus bei der Erkrankung. „Eine Alternative gibt es eigentlich nicht“, betont der Mediziner. Und so lautet Nagels Rat: „Lassen Sie sich gegen Corona impfen, wenn noch nicht geschehen. Es kommt auf jeden Einzelnen an. Vielleicht können wir die vierte Welle ja doch noch verhindern.“ Nagels Empfehlung: Erstimpfung: „Die meisten Hausärzte geben Ihnen dazu gerne Termine. Übrigens profitieren gemäß Verlautbarung des Robert Koch-Instituts (RKI) auch die Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren von der Impfung und helfen, die Pandemie zu überwinden.“ Auffrischung: „Die Verlautbarungen dazu sind unklar. Das RKI rät zu einer Auffrischung nach sechs Monaten für Patienten mit definierter Immunschwäche (Immunsuppressiva, Chemotherapie, HIV, etc.). Die Kassenärztliche Vereinigung und die Gesundheitsminister raten zu einer Auffrischung nach sechs Monaten für alle über 80-Jährigen und Menschen mit chronischen Erkrankungen, die ein erhöhtes Risiko mit sich bringen. Als Impfstoff kommt hier nur Biontech (oder Moderna) infrage.“ Grippeimpfung: Die sollte „breitflächig durchgeführt werden“, rät Nagel. Nach anfänglicher Unsicherheit habe auch das RKI die gleichzeitige Impfung gegen Corona und Grippe nun empfohlen. Die Wirksamkeit sei gut.
