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INTERVIEW Leonard Hohm aus Blersum spricht den erwachsenen Simba im Film 'König der Löwen'

Andreas Klopp

WITTMUND - Leonard Hohms Stimme ist weit über Ostfriesland hinaus bekannt. Spätestens seit der Neuauflage des 'König der Löwen' kennen sie Millionen. Der 28-Jährige spricht den erwachsenen Simba. Wir haben mit Hohm über seinen Kindheitstraum, Selbstkritik und seine Heimat Blersum gesprochen.

Herr Hohm, Sie sprechen den Simba im König der Löwen. Ist das für Sie ein Ritterschlag?

Es ist ein Kindheitstraum, der wahrgeworden ist. Der 'König der Löwen' im Original von 1994 war der erste Film, den ich im Kino gesehen habe. Ich liebe diesen Film. Als ich gehört habe, dass er neu verfilmt wird, war ich begeistert und hätte auch die 17. Giraffe von hinten links gesprochen. Dass ich als Simba dabei sein darf, ist einfach nur unbeschreiblich schön.

Was macht das Besondere dieses Films aus?

'Der König der Löwen' erzählt so viele Weisheiten. Es sind immer wieder Momente im Leben, an denen man an dieser Geschichte anknüpfen kann: sei es als Sohn, der seinen Platz finden muss, oder wenn man später im Leben feststellt, dass man 'Hakuna Matata'-mäßig unterwegs ist und viel Spaß hat, sich aber vor seiner Verantwortung drückt. Daher ist der 'König der Löwen' nicht nur ein Kinderfilm, sondern ein Film für die ganze Familie.

Wie haben Sie sich auf die Sprecherrolle vorbereitet?

Ich kann das Original von 1994 auswendig mitsprechen.

Text üben brauchten Sie also nicht?

Mir musste niemand viel über die Geschichte erzählen. Aber im neuen Film gibt es viele Unterschiede und Momente, die anders kommen. Ich habe mir den alten Film angeschaut und geguckt: Was ist mir wichtig? Welche Momente haben mich damals berührt? Welche Momente müssen auf jeden Fall wieder funktionieren?

Wie viel Persönlichkeit konnten Sie in Simbas Stimme legen?

Man hat beim Synchronsprechen immer eine Vorlage – und ich hatte die englischsprachige Vorlage von Donald Glover, die ganz viel vorgibt. Wir versuchen beim Synchronsprechen auch ganz nah am Original zu bleiben. Auf der anderen Seite kann man nicht einfach etwas nachahmen. Man muss seine Persönlichkeit einbringen, etwa in emotionalen Momenten. Und davon hat der Film viele.

Sie haben mal gesagt, dass Sie sich Ihre eigenen Filme nicht anschauen. Haben Sie beim 'König der Löwen' damit gebrochen?

Natürlich habe ich damit gebrochen. Ich wollte den Film unbedingt sehen. Ich durfte ihn vorab sehen und war jetzt noch einmal heimlich im Kino, weil ich vor allem sehen wollte, ob der Film auch bei Kindern funktioniert. Ich wollte gucken, ob sie lachen, ob sie vor Scar Angst haben. Der Film ist so stark. Ich werde da glaube ich noch mal reingehen.

Wie muss man sich das vorstellen, wenn Sie sich den eigenen Film anschauen?

Das mit der Selbstkritik ist so eine Sache. Man achtet natürlich auf die Synchronisation. Ich finde sie tatsächlich sehr gelungen. Ich habe auch Respekt vor den Kollegen, die haben es super gemacht. Es ist sehr gut und ich bin einfach gerührt. Ich habe den Film zwei Mal gesehen und zwei Mal geweint. Und das bei einem Film, bei dem ich selbst mitgearbeitet habe und weiß, was passiert.

Welchen Stellenwert haben für Sie die Sprecherrollen im Vergleich zur Schauspielerei?

Es sind beides meine Berufe und es sind zwei verschiedene Berufe. Ich synchronisiere wahnsinnig gerne. Besonders, wenn es Projekte sind, bei denen ich als Spieler nie dabei wäre, aber mit meiner Stimme dabei sein kann. Das sind tolle Rollen. Wann darf man schon einmal ein Löwe sein?

Ist es nicht reizvoller, vor der Kamera zu stehen?

Es ist reizvoller, in einem fremden Land, am besten an einem Strand, auf einem Schiff oder einem Pferd zu drehen, als in einem abgedunkelten schwarzen Studio zu stehen (lacht). Auf der anderen Seite ist das Sprechen eine schöne Arbeit, die einem Ruhe bietet. Man kann so genau arbeiten, wie es beim Drehen manchmal nicht möglich ist.

'Der König der Löwen' war ein Kindheitstraum. Was soll jetzt noch kommen?

Ich habe letzte Woche in einem Interview gesagt: Ich höre auf. Jetzt gibt es nichts mehr (lacht). Mir ist schon bewusst, dass das eine Sache war, die so vielleicht nie wieder passiert. Aber es wird noch ganz viel Spannendes kommen. Da bin ich mir sicher.

Für Ihre Rollen sind Sie viel unterwegs. Welche Rolle spielt noch Ihre Heimat Blersum?

Meine Familie ist immer noch dort und daher komme ich immer wieder zurück. Ich hoffe, dass der Beruf mich mal dorthin führt. Es wäre toll, wenn ich das verbinden könnte.

Leonard Hohm(28) ist im hessischen Friedberg geboren und in Blersum (Wittmund) großgeworden. Mit 15 Jahren studierte er Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Parallel zu seinem Studium begann er beim Hessischen Rundfunk als Sprecher erste Erfahrungen zu sammeln. Seitdem arbeitet er regelmäßig in den Bereichen Synchron, Werbung, Dokumentation, Dokutainment, Hörbuch, Hörspiel und Imagefilm. Auf der Bühne steht er regelmäßig am Residenztheater München sowie an der La Seine Musical in Paris. Hohm lebt in München. In seiner Freizeit macht er alles gerne, was mit 'Bergen, Wasser und Sonne zu tun hat'.

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