Wittmund - Klar, es ist Wahlkampf. Und den möchten die Politiker auf kommunaler und Bundestagesebene natürlich nutzen. „Ohnehin ist es schon schwerer in Zeiten der Corona-Pandemie für seine Politik zu werben“, sagte gestern Bundestagsmitglied Konstantin Kuhle, Innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag.
Auf Einladung des Liberalen Kreisverbandes Wittmund und der Bundestagsabgeordneten Ulla Ihnen kam der 32-Jährige nach Wittmund. Hier suchte er nicht nur das Gespräch mit der Basis, sondern vor allem auch mit den Ehrenamtlichen der Peldemühle. Das alte Bauwerk von 1741 beeindruckte den Juristen. „Vor allem habe ich große Hochachtung vor dem Ehrenamt“, sagte Kuhle, der vom Bundestagskandidaten des Wahlkreises 26 Friesland/Wittmund/Wilhelmshaven, Hendrik Theemann begleitet wurde.
Neue Parteieintritte bei den Liberalen
Kuhle zeigte sich entspannt, spüre die FDP doch in den vergangenen Monaten einen politischen Aufwind. Seit Anfang des Jahres ist allein auf Niedersachsenebene unsere Mitgliederzahl um zehn Prozent gestiegen“, freute er sich. 6600 Liberale gibt es im Land. Auch die Wittmunder, so der Kreisvorsitzende Wolfgang Sievers, sind wieder stärker im Kommen. Auch hier wurden neue Eintritte verzeichnet – mit Liberalen Kandidaten ist es auch oberstes Ziel in die Kommunalen Parlamente einzuziehen.
Nach wie vor, betonte Kuhle, sieht sich die FDP auch als Vertreter der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Und da sind dem Abgeordneten die schleppenden Auszahlungen der Corona-Hilfen ein Dorn im Auge. „Es sollte schnell und unbürokratisch gehen, das war nicht der Fall“ sagte Kuhle. Anstatt auf Steuererhöhung, setzten die Liberalen auf Wachstum und Wettbewerb. „Wir sehen uns auch als Vermittler zwischen den großen Parteien“, so der Politiker. Ziel der FDP sei es, eine schwarz-grüne Regierung zu verhindern. „Wir haben in den letzten Jahren viel verpasst“, so Kuhle und auch der Bundestagskandidat Theemann sieht in der jetzt regierenden Bundespolitik eine fehlende Bereitschaft zur Modernisierung. Natürlich spiele auch der Klimaschutz für die FDP eine wichtige Rolle. „Aber man muss unterscheiden zwischen städtischen und ländlichen Bedürfnissen“, sagte Kuhle, der selbst auf dem Land aufgewachsen ist. Er wisse, dass in einigen Regionen oftmals nichts ohne Auto gehe.
Nach der Besichtigung der Peldemühle besuchte der Abgeordnete noch Landrat Holger Heymann, bevor er sich beim Busunternehmen Jansen Reisen über die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie informierte. Übrigens kommt der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner am 31. Juli nach Neuharlingersiel.
