WITTMUND - 'De Vögels sünd an’t Nüsseln – die Vögel bauen ein Nest', sagt Karl-Heinz de Wall, Lehrender des Plattdeutsch-Kurses in der Begegnungsstätte des Deutsches Roten Kreuzes (DRK) in Wittmund, 'Treff am Sonneneck'. Unter dem Motto 'Mit der alten Sprache ins 21. Jahrhundert' begann am vergangenen Mittwoch das viermal stattfindende Spracherwerbsangebot.

Karl-Heinz de Wall erläutert den Aufbau des Kurses: 'Es stehen verschiedene Lehr- und Wörterbücher zur Verfügung.' Zur ersten Lehrstunde standen Alltagsbegriffe wie Zahlen, die Uhrzeit sowie die eigene Vorstellung auf dem Plan, um eine Basis zu schaffen. Beim zweiten Termin werden kleine Dialoge eingeübt. 'Jeder macht soviel, wie er kann.' Mit den Erwachsenen werde leicht und locker gearbeitet. Die 24-jährige Virginia Fischer aus Wilhelmshaven ist eine Teilnehmerin. Die Studentin schreibt derzeit an ihrer Bachelorarbeit mit dem Arbeitstitel 'Fremdsprachenerwerb – ein Selbstversuch'. 'Meine Großeltern kommen aus Borkum, beide sprechen platt – mein Opa ist manchmal schwer zum Reden zu bringen', lacht sie. Typisch ostfriesisch halt. Die Kultur kennezulernen sei ein weiterer Aspekt ihrer Abschlussarbeit.

21 Teilnehmer aus Wittmund, Leerhafe, Wilhelmshaven, Schillig, Carolinensiel und Neuharlingersiel haben sich angemeldet. 'Zehn stehen noch auf der Warteliste', erzählt Margret Holzke, Leiterin des 'Sonnenecks'. 'Viele Zugezogene nehmen teil und wollen die hiesige Sprache erlernen – verstehen und sprechen.' Der Erfolg verspricht eine Wiederholung des Kurses.

Am Dienstag, 21. März findet ab 19 Uhr ein plattdeutscher Abend in der Begegnungsstätte mit Hermann Ammen, Luise Böök und Eibo Eiben statt, zu dem das Team des 'Sonnenecks' herzlich einlädt.