Wittmund - Es kam etwas überraschend, als der CDU-Kreisvorsitzende Björn Fischer Anfang August mitteilte, dass Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen bei der Kommunalwahl 2021 mit einem Gegenkandidaten aus den Reihen der CDU rechnen müsse.

Claußen war 2006 für die Christdemokraten angetreten. Auch bei seiner Wiederwahl 2014 hatte der heute 54-Jährige noch das christliche Parteibuch, das er aber kurze Zeit später wegen Meinungsverschiedenheiten mit der CDU-Stadtratsfraktion ablegte. Seither ist er parteilos. „Unsere Meinungen gehen oft auseinander, wie bei der Öffnung des Freibades in Wittmund“, sagt Marten Gronewold, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Zwar habe es noch keine konkreten Überlegungen oder Gespräche gegeben. Er gehe aber davon aus, dass seine Fraktion Claußen bei der Wahl nicht unterstützen werde. Der Bürgermeister hatte schon 2014 auf jegliche Rückendeckung der Parteien in seinem Wahlkampf verzichtet. „Wir sind nicht abgeneigt, einen eigenen Bürgermeisterkandidaten zu stellen“, so der 25-Jährige. Ob man mit Rolf Claußen jetzt zeitnah ein Gespräch führe werde, ließ Gronewold offen. „Das war bislang im Stadtverband kein Thema“, sagt er.

Die SPD-Fraktion wird sich hingegen mit dem Verwaltungschef nach den Ferien treffen. Sie hatte bereits 2014 darauf verzichtet, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. „Es gibt Menschen in unseren Reihen für das Amt, aber wir wollen uns nicht festlegen“, sagt Olaf Wagner, Stadtverbandsvorsitzende der SPD. Für den Bürger sei es immer gut, eine Wahl zu haben, aber man wolle erst wichtige kommunale Themen mit Claußen Revue passieren lassen und die Eckpunkte für die Zukunft besprechen. Auch mit den Sozialdemokraten im Stadtrat gab es wie bei der Straßenausbaubeitragssatzung keine Einigkeit mit dem Bürgermeister. „Wenn wir aber bedenken, wo wir herkamen, allein mit dem Schuldenberg des Nordseebades, dann sind wir auf sehr gutem Weg“, so Wagner, der nicht ausschließen will, dass seine Partei den Weg mit Rolf Claußen auch die nächsten fünf Jahre weiter beschreitet.